Start im Web 2.0: Sieben einfache Tipps für Unternehmensgründer

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Kürzlich war ich eingeladen, einen Impulsvortrag zu halten zum Thema “Web 2.0 für Unternehmensgründer”. Das Ganze in 10 Minuten und auch für Internet-Anfänger verständlich. Zugegeben, die Latte lag hier extrem hoch und ich glaube allen war klar, dass das nur schwer zu schaffen ist: Der Vortrag dauerte mehr als doppelt so lange wie vorgegeben, und er konnte nur ganz wenig an der Oberfläche kratzen. Aus diesem Grund habe ich versprochen, ein paar Hilfestellungen zum Start aufzuschreiben, die ich auch den Lesern der Buchstabensuppe nicht vorenthalten möchte. Hier deshalb ein etwas anderer Blogbeitrag mit meinen sieben Tipps, wie ein kleines Unternehmen mit wenig Resourcen das Internet nutzen kann.

1. Anfangen, rein ins Web! Ewig nachdenken, zweifeln, wie mache ich es richtig, nach möglichen Fehlerfallen suchen – das bringt alles nichts. Denn gerade hier gilt: Probieren geht über studieren, aber vergessen Sie auch nicht, genügend Zeit für Ihre Aktivtäten einzuplanen.

2. Ohne eine eigene Website ist Ihr Unternehmen nicht präsent! Dabei kommt es vor allem auf den Inhalt der Site an. Fragen Sie sich: Wer soll was über mich und mein Produkt oder meine Dienstleistung wissen? Wichtig dabei ist, dass Sie beim Beantworten dieser Fragen die Perspektive Ihrer zukünftigen Kunden einnehmen. Also: Nicht von sich weg, sondern auf den Leser (= potenzieller Kunde) hin kommunizieren.

3. Bauen Sie Dialogmöglichkeiten in Ihre Website ein. Gibt es ein Kontaktformular, haben Sie interessante Infos, die sie zum Download anbieten können?

4. Nutzen Sie Social Media. Ob Twitter, Facebook, Google+, Xing oder LinkedIn – sichern Sie sich wenigstens Ihren Namen und probieren Sie aus, welches Tool für Sie am besten passt. Wichtig: Sie müssen keinesfalls auf allen Kanälen präsent sein. Auch hier gilt “Qualiät vor Quantität”.

5. Sehen Sie sich um im Web! Welche Foren gibt es, die für Unternehmen wichtig sind? Beobachten Sie diese Foren, kommentieren Sie Forenbeiträge, schreiben Sie Forenbeiträge, oder, noch besser, gründen Sie ein eigenes Forum.

6. Ein eigener Blog ist kein Hexenwerk! Denken Sie einmal darüber nach, was Sie Ihren Kunden zu sagen haben. Gibt es Tipps, die interessant sind, oder haben Sie etwas Aktuelles zu berichten?

7. Vernetzen! Lassen Sie Ihre Aktivitäten im Web nicht allein stehen. Verlinken Sie Ihre Beiträge miteinander. Ob Sie Links bei Facebook posten, über Twitter verbreiten oder in Xing bekanntmachen, Sie sorgen dabei immer für mehr Öffentlichkeit und für eine größere Bekanntheit Ihres Unternehmens.

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Arbeitslose Bettler und fünfköpfige Familienväter oder warum wir klar und korrekt schreiben müssen

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Familienidyll am Samstag Morgen – die ganz Familie ist in die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe vom 4. Februar 2012) vertieft, kein Quadratzentimeter mehr Platz auf unserem riesengroßen Esstisch im Wohnzimmer. Teller, Tassen, Kaffee, Tee, Käse, Semmeln und Marmelade – alles wird verdeckt von der weißen Pracht des Zeitungspapiers. Ich schnappe mir den Wirtschaftsteil, und beim Lesen der Bildunterschrift zum Aufmacherartikel erfasst mich große Sorge und tiefes Mitleid : „Arbeitslose Bettler…“ heißt es da. Mein Gott, denke ich – steht es jetzt schon so schlimm um unsere Wirtschaft, dass sogar die Bettler arbeitslos werden, weil sie nicht mehr Betteln gehen können, weil es keine „Kunden“ mehr gibt, ist der Markt fürs Betteln zusammengebrochen? Nein, natürlich nicht, es geht um Arbeitslose in den USA, die Betteln gehen müssen.

Und ich bin – nachdem sich das Mitleid gelegt und das Schmunzeln über das schiefe Bild verklungen ist – enttäuscht, dass die Sprachschlamperei sogar auf Qualitätsmedien immer mehr übergreift. Zur Entschuldigung meines täglichen Leitmediums kann ich allenfalls anführen, dass es in dem Artikel um Arbeitslose in den USA ging, wir uns also im englischen Sprachraum bewegen, und von dort haben wir ja auch die allseits bekannten „stehenden Ovationen“ bekommen. Ich stelle mir vor, wie Ovationen sitzen, liegen, aufstehen, rumlaufen… Aber die tummeln sich ja mehr im Feuilleton als im Wirtschaftsteil … Jetzt fällt mit noch der vielzitierte „fünfköpfige Familienvater“ ein: Eine Hdyra, welch Ungeheuer – die Kinder haben bestimmt Angst vor ihm.

Klar, all das hat seine humoristische Seite, aber mir geht es um ein echtes Anliegen: Um den sorgfältigen, bewussten und korrekten Umgang mit unserer Sprache. Um Sprachgefühl für richtige und schiefe Bilder, um Kenntnis von Anglizismen, „falschen Freunden“: Was in der einen Sprache geht, ist noch lange nicht im Deutschen richtig. Sprache ist kostbar, und der unachtsame Umgang mit ihr kann bestenfalls Lachen bewirken, schlimmstenfalls aber Kränkungen, Missverständnisse oder sogar ernste Konflikte. Denn wer sich nicht präzise und korrekt ausdrücken kann, läuft auch immer in Gefahr, missverstanden zu werden; er kann seine Anliegen nicht vermitteln, seine Kommunikation läuft ins Leere. Der „Sender“ macht sich lächerlich oder unbeliebt, der „Empfänger“ ist irritiert oder verliert die Achtung vor seinem Gegenüber. Für uns Kommunikationsprofis heißt das: Alle Sorgfalt und Anstrengungen auf eine klare, saubere und perfekte Sprache zu legen, jeden Satz kritisch zu prüfen, ob er wirklich korrekt und verständlich ist. Sei es, um unfreiwilligen Humor zu vermeiden, sei es, um schlicht und einfach verstanden zu werden. Denn das wollen wir doch alle, oder?

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Praxistipp: Messe-Newsletter – Trommeln für den großen Auftritt

Messen sind eine wunderbare Gelegenheit, das Gespräch mit der Presse zu suchen. Und es muss nicht (mehr) das klassische Gespräch am eigenen Stand sein, damit das eigene Unternehmen in der Berichterstattung zur Messe auftaucht. Vielversprechend sind die Online-Angebote, die rund um eine Messe erscheinen:

Da ist natürlich der Newsletter des Messe-Veranstalters selber. Er wird traditionell während einer Messe und/oder kurz vorher und nachher verschickt. Als Beispiele seien die Newsletter der CeBIT und der Intersolar genannt.  Für Presse- und Messeverantwortliche heißt das: Die Newsletter-Redaktion gehört in den Presseverteiler zur Messe. Leider ist der Andrang auf die begrenzten Nachrichtenplätze im Newsletter “live von der Messe” groß, deswegen muss man einfach damit rechnen, dass nicht jede Neuigkeit Aufnahme findet.

Eine andere, ebenso wichtige Option sind spezielle Messe-Newsletter von Fachzeitschriften. Hier berichten die Redaktionen von Fachzeitschriften fundiert über die Stimmung in der Branche, reflektieren Hype-Themen und informieren über Neuigkeiten der Aussteller zur Messe, etwa Produktvorstellungen.

Egal, ob für den Messeveranstalter oder die Fachzeitschriften:  Bewährt hat sich eine kurze Presseinfo, die knapp über das Thema des eigenen Messeauftritts und die Standdaten Auskunft gibt. Wenn ein Unternehmenssprecher einen Vortrag hält oder es am Stand eine Produktdemo gibt, gehört das natürlich ebenfalls rein.

Wenn es darüber hinaus viele Neuigkeiten zur Messe gibt, ist es besser mehrere Pressemeldungen zu versenden als einen Roman, in dem die Highlights untergehen.

Übrigens: Der Messe-Name im E-Mail-Betreff hilft dem Redakteur, die E-Mail gleich richtig einzuordnen.

Für die Newsletter gilt: Ein gutes Timing ist die halbe Miete! Unternehmen sollten sich also frühzeitig umschauen, was Fachzeitschriften und Medienpartner zu “ihrer” Messe anbieten und wann die Deadlines sind.

Das gilt übrigens auch im Marketing: Die Möglichkeiten, rund um eine Messe Newsletter-Anzeigen zu schalten, sind auch online begrenzt… am besten also frühzeitig buchen!

Und wenn die Messe vorbei ist? Einige (vor allem große) Messen nutzen ihren Messe-Newsletter das ganze Jahr, um Kontakt zu den Ausstellern, Besuchern und anderen Interessierten zu halten. Wenn eine Messe die “richtige Messe” für das eigene Unternehmen ist, ist der Messe-Newsletter immer ein interessantes Medium.

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Juristen als Kommunikationsberater oder
„Was würde Legal zu dem Draft sagen?“

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„Was würde Legal zu dem Draft sagen?“ Das ist einer meiner Lieblingssprüche der „Beratersprech“-Gruppe auf Facebook. Ich amüsiere mich immer köstlich, wenn ich bei Beratersprech die neuesten Denglish-Stilblüten der Berater- und Kommunikationsbranche sehe.

Der aktuelle Bezug zum oben genannten Zitat ist allerdings durchaus ein ernster: Ist Christian Wulff wirklich gut beraten, wenn nur noch sein Rechtsanwalt spricht? Was passiert, wenn Juristen und Rechtsabteilungen in der Kommunikation das Sagen haben? Besitzen Rechtsanwälte die nötige Kommunikationskompetenz, sind Juristen die richtigen Kommunikationsberater für Krisenkommunikation und heikle Angelegenheiten?

Ich bin überzeugt: Nein, definitiv nicht! Denn was aus juristischer Sicht opportun ist in einer kritischen Situation oder einem laufenden Verfahren (ein Beschuldigter muss und sollte sich nicht selbst beschuldigen, Verzögerungstaktik, keine konkreten Aussagen zur Sache vor der „Hauptverhandlung“, Formulierungen bewusst vage und unscharf halten etc.), ist aus Sicht der Kommunikationsprofis genau falsch! Von Juristen weichgespülte Formulierungen lösen die Krise nicht, sie verlängern sie und geben zu weiteren Spekulationen Anlass.

Am Ende einer Kommunikationskrise von Personen, Unternehmen und Organisationen steht eben nicht der Prozess und der Richterspruch, der einen Schlussstrich zieht. Kommunikationskrisen, Probleme mit den Medien und der Öffentlichkeit dauern so lange an, wie nicht alle Sachverhalte geklärt sind; Unklarheiten geben zu Spekulationen Anlass und prolongieren die Krisensituation. Die Kommunikationskrise ist nur durch offene, klare Kommunikation lösbar und beendbar. In einer Krise müssen alle Fakten sofort, vollständig und schnell auf den Tisch. Das wird jeder professionelle Kommunikationsberater empfehlen – Juristen raten bzw. praktizieren in der Regel oft genau das Gegenteil und schaden so dem Image und dem Vertrauen ihres Auftraggebers. Zu den Verlautbarungen von Juristen in Krisensituationen der Kommunikation hat eine unserer Mitarbeiterinnen hier das köstliche, anschauliche Bonmot „einen Schwamm vorlesen“ ins Spiel gebracht; damit trifft sie genau ins Schwarze: Das passiert, wenn „Legal“ sich zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit berufen fühlt oder berufen wird. Und Schwammigkeit dürfte so ziemlich das letze sein, was Medien und Öffentlichkeit in Krisen schätzen und akzeptieren – zu Recht!

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Weihnachtspost aus der Zeitmaschine…?

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Kürzlich beim Online-Shoppen habe ich die Option auf einen Expresszuschlag für die Lieferung am selben Abend entdeckt – wow!… Für den berufstätigen Durchschnittserwachsenen kommt das “in der Stadt was besorgen” da kaum noch mit.

Angesichts der Anzahl von Gesprächen über den Stand der Geschenkliste ist das ein ziemlich kluger Schachzug des Online-Händlers.  Denn selbst die maximal mögliche Dauer der Adventszeit von fast fünf Wochen kann hartgesottene Last-Minute-Shopper nicht bekehren, im Gegenteil: Je schneller die Weihnachtseinkäufe dank e-Commerce erledigt sein könnten, desto später wird es. Das legt zumindest eine US-Umfrage nahe, die es selbstverständlich auch zu diesem Thema gibt.

Tja, und wie steigern wir das Tempo im nächsten Jahr? Ich bin schon ganz gespannt … Denn schneller als “bis heute abend” sind wohl nur noch Zeitmaschinen und beamen. Oder 3-D-Drucker – siehe dazu den spannenden Artikel in der aktuellen Wirtschaftswoche (Nr. 51 vom 19.12.2011, ab S. 72).

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, geruhsames Abarbeiten der Weihnachtsliste und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Erfolgreiche Jubiläumsaktion “25 Jahre Dr. Haffa & Partner” – Unterstützung für Reporter ohne Grenzen

Die Versteigerung des goldenen C64 anlässlich unseres Jubiläums ging erfolgreich zu Ende. Vielen Dank an alle, die zum riesigen Erfolg der Aktion beigetragen haben, indem sie on- und offline darüber berichtet, in ihren sozialen Netzwerken gepostet oder in ihrem Blog darüber geschrieben haben.

17.080 Klicks bei Ebay und ein Betrag deutlich über 3.000 Euro für Reporter ohne Grenzen sprechen für sich. Der goldene C64 ist inzwischen bei seinem neuen Besitzer angekommen und Reporter ohne Grenzen hat den vollständigen Erlös erhalten. Den erfolgreichen Abschluss nehmen wir zum Anlass, den Spendenempfänger denjenigen vorzustellen, die ihn noch nicht kennen. Genauer gesagt, übernimmt das Reporter ohne Grenzen e.V. selbst in folgendem Gastbeitrag:

Reporter ohne Grenzen: Hilfe für Journalisten in Not – Schutz vor Verfolgung und Repression

Ein Jahr nach dem Beginn der Protestbewegungen in Tunesien und dem Einsetzen des „Arabischen Frühlings“ bleibt die Situation der Presse- und Meinungsfreiheit in der Region bedroht, haben Journalisten und Fotografen einen hohen Tribut für ihre unabhängige Berichterstattung gezahlt. In einem aktuellen Bericht von Reporter ohne Grenzen heißt es dazu: Mindestens elf Medienmitarbeiter sind getötet worden, rund 240 Journalisten wurden körperlich angegriffen und rund 200 Journalisten und Blogger festgenommen, zahlreiche weitere wurden entführt, des Landes verwiesen oder sind aus ihrer Heimat geflüchtet.

Verfolgte Medienschaffende können sich seit der Einrichtung des Nothilfereferats im Dezember 2009 direkt an die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen wenden, die eng mit der Partnerorganisation in Paris zusammenarbeitet. Seitdem wurde Reporter ohne Grenzen mit ca. 150 Anfragen von verfolgten Journalisten und Bloggern konfrontiert und konnte in vielen Fällen erreichen, dass eine unmittelbare Bedrohung im Herkunftsland – z.B. durch Vermittlung anwaltlichen Beistandes – abgewendet wurde.

Wenn ein weiterer Verbleib im eigenen Land lebensgefährlich ist, bemüht sich Reporter ohne Grenzen ein sicheres Aufnahmeland zu finden. Dabei arbeitet Reporter ohne Grenzen mit Stiftungen wie der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte zusammen, um verfolgten Journalisten – z.B. aus Usbekistan zeitweilig einen sicheren Aufenthalts- und Arbeitsort zu gewähren.

Das Nothilfereferat leistet konkrete Hilfe im Einzelfall, wenn Journalisten oder Blogger vor Repression und Verfolgung fliehen mussten und keine andere Alternative mehr sehen, als in Deutschland um Asyl nachzusuchen. So werden verfolgte Medienschaffende aus dem Iran oder Syrien dabei unterstützt, dauerhaften Schutz als politischer Flüchtling zu erhalten.

Reporter ohne Grenzen vernetzt Journalisten im Exil in Deutschland und unterstützt diese bei der Fortsetzung ihrer journalistischen Arbeiten, u.a. durch Vermittlung von Fortbildungen oder beruflichen Fördermaßnahmen.

Verfolgte Medienschaffende im Exil sind kompetente Partner von Reporter ohne Grenzen bei der Bewertung der Situation von Presse- und Meinungsfreiheit in ihren Herkunftsländern.

Mehr zu unserer Arbeit finden Sie hier: www.reporter-ohne-grenzen.de

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Kommunikationsdesaster im Finanzsektor

Gerd Altmann / pixelio.de

Ich bin keine Finanz- und auch keine Europaexpertin, würde mich aber als interessierten Laien bezüglich der entsprechenden Themen bezeichnen. Dementsprechend verfolge ich die anhaltenden Debatten zur Euro- und Schuldenkrise einigermaßen regelmäßig. Was mich dabei seit geraumer Zeit verwirrt ist weniger die anhaltende Dynamik der Ereignisse – viel irritierender empfinde ich im Nachhinein das große Schweigen vor der Krise.

Fast täglich werden mittlerweile die Schwächen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik von immer mehr Ländern en details seziert und die Verantwortlichen abgestraft. Aktuell droht Standard & Poor’s 15 der 17 Euro-Länder mit Herabstufungen ihrer Kreditwürdigkeit – auch Deutschland ist inzwischen ins Visier der Ratingagenturen geraten. Die Länderratings kippen wie die Kegel, und gerne wird anlässlich der Herabstufung der Bonitätsnote dann auch gleich bei der Aussicht der Daumen gesenkt. Was eine gewisse Logik hat – die Finanzsituation eines Landes, die ohnehin schon angespannt ist, wird mit steigenden ZInsaufwändungen sicherlich nicht besser. Das Fallbeil schlägt also quasi scheibchenweise zu.

Nun ist es sicherlich Aufgabe der Ratingagenturen, den Finger in die Wunde zu legen, Warnungen auszusprechen und in der Konsequenz dann auch schlechte Zensuren auszuteilen. Nur: Die Schwächen der betroffenen Länder sind ja keine brandneue Erkenntnis. Warum wird erst jetzt abgemahnt – in einem Moment, in dem sich bei den Verantwortlichen die Erkenntnis durchzusetzen scheint, dass man so nicht weiter wirtschaften kann, und sie tatsächlich Sparpakete auf den Weg bringen? Hat bei den „Großen Drei“ in den letzten Jahren eigentlich niemand mal einen Blick auf die makroökonomischen Daten der betroffenen Länder geworfen? Und welchen Sinn macht es eigentlich, die Länder gerade jetzt mit höheren Zinskosten zu belasten?

Für mich kommt diese Konsequenz irgendwie zu spät – und sieht fast ein bisschen nach schlechtem Gewissen aus. Und beim Handel mit den Subprime-Finanzprodukten, der durch die Top-Bewertungen der Ratingagenturen erst richtig „befeuert“ wurde, haben wir ein rechtzeitiges Hinschauen und Konsequenzen daraus ohnehin vermisst. 

Für die Banken gilt im Prinzip ähnliches – Ironie des Schicksals natürlich, dass sie aktuell nicht durch irgendwelche üblen Zockereien, sondern gerade durch den Besitz der angeblich so soliden Staatsanleihen in eine Schieflage geraten. Irgendwie stelle ich mir aber auch da die Frage, was eigentlich all die hoch bezahlen Researcher bei den Banken jahrelang getan haben. Warum wurde hier bei den Portfolios nicht rechtzeitig gegen gesteuert?

In der Erklärung dieser Zusammenhänge fänden die jeweiligen Kommunikationsverantwortlichen ein wirklich sinnvolles Betätigungsfeld. So wäre sicherlich interessant zu erfahren, in welcher Form die Ergebnisse des Research bei Banken eigentlich ins Portfolio-Management einfließen. Oder welche Kriterien für Länderratings relevant sind und welche Vergleichsmaßstäbe dabei herangezogen werden. Dann würden wir sicher unter anderem auch verstehen, warum Standard & Poor’s zum Beispiel Trinidad und Tobago die gleiche Bonitätsnote verliehen hat wie Italien. Oder warum Burkina Faso ein besseres Rating hat als Griechenland – was nicht gegen Burkina Faso spricht. Bestimmt alles absolut nachvollziehbar – aber eben eine Frage der Kommunikation. Und genau hier hapert es ganz entschieden; wenn ich den Kenntnisstand zu den oben genannten Themen in meinem Umfeld, aber auch die aktuelle Medienberichterstattung richtig interpretiere, steht hier eine Titanenaufgabe ins Haus. Der interessierte Laie wartet gespannt….

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Goldener C64 unterm Ebay-Hammer – 25 Jahre Dr. Haffa & Partner

Goldener C64

Der C64 war nicht der erste Computer mit dem ich gearbeitet habe, aber es war der erste, der vor mir zum Anfassen auf den Tisch gestanden ist. Denn die Maschine, die wir an der Uni im Fach Computerlinguistik nutzten, habe ich nie zu Gesicht bekommen. Dieser Univac-Großrechner arbeitete für Normalsterbliche verborgen im Uni-Rechenzentrum. Kontakt hatten wir da nur mit den Operatoren in den weißen Mänteln, wenn wir die Ergebnisse unserer Arbeit in Form von dicken Papierbündeln grüner Computerausdrucke abholten.

Der C64 stand auch am Anfang meiner journalistischen Karriere – ich war Redakteur bei der Commodore-64-Zeitschrift RUN – und er war auch der erste Rechner, den wir 1986 in unserer jungen Agentur eingesetzt haben. Warum erzähl ich das? Zur Vorbereitung der Rede für das 25-jährige Firmenjubiläum von Dr. Haffa & Partner stöberte ich in unserem Archiv, und da habe ich ihn wieder entdeckt: Meinen Goldenen C64. Er war ein Pressegeschenk und wird dieses Jahr ebenfalls 25 Jahre alt.

In unserem Gründungsjahr 1986 feierte Commodore den Verkauf des millionsten C64 in besonderer Form: Eine auf 200 Stück begrenzte Anzahl Goldener C64 wurde bei einer Feier am 5. Dezember 1986 in München als Gastgeschenk verteilt. Diese Rechner sind – wie ich erfahren habe – inzwischen echte Sammlerstücke. Übrigens: Mein golden lackierter C64 wurde, wie alle 200 Jubiläumscomputer, auf eine goldene Acrylplatte montiert und er hat die von Hand geschriebene Seriennummer 1.000.126.

Anlässlich unseres 25-jährigen Firmenjubiläums möchte ich, dass diese Rarität nicht mehr im unserem Archiv verstaubt, sondern einen angemessenen Platz bei einem Sammler findet. Deshalb kommt das begehrte Sammlerobjekt jetzt bei Ebay unter den Hammer. Der Erlös der Versteigerung geht an die internationale Organisation „Reporter ohne Grenzen“. Die Ebay-Auktion startet am 25. November und endet am 5. Dezember und damit genau 25 Jahre nach Ausgabe des goldenen C64.

Für alle die mitsteigern möchten, hier der Link zur Ebay-Auktion.

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Praxistipp: Namensschilder – Keine Tarnung für Ausschnittglotzer

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Neulich war ich wieder einmal auf einem großen Business-Event eingeladen. Ein befreundetes Unternehmen feierte einen runden Geburtstag. Keine Frage, da musste ich hin. Erstens zum Netzwerken, zweitens um alte Bekannte zu treffen, mit ihnen zu feiern und über die guten alten Zeiten zu reden, und drittens um vielleicht den einen oder anderen Business-Kontakt wieder zu beleben.

Es war ein netter Abend. Ich habe viele alte Bekannte getroffen. Allerdings ist an einigen die Zeit auch nicht spurlos vorüber gegangen und ich hab sie erst auf den zweiten Blick wiedererkannt. Problematisch wurde die Sache bei Menschen, denen ich zwar schon ein- oder mehrmals begegnet bin, deren Gesichter mir bekannt vorkamen, aber deren Namen mir einfach nicht mehr einfielen und die ich irgendwie nicht mehr richtig einordnen konnte.

In der Regel sind solche Gedächtnislücken ja kein Problem. Denn jeder Gast wird auf diesen Veranstaltungen gleich am Eingang per Namensliste gecheckt und er bekommt ein Namensschild zum anstecken oder ankleben, damit Leute wie ich wissen, mit wem sie es zu tun haben. Außer der Gedächtnisstütze für die Zuordnung von Gesichtern und Namen geben die Schilder dank des meistens ebenfalls eingetragenen Firmennamens einen guten Aufhänger für den ersten Smalltalk.

Von den vielen Gästen an diesem Abend kam mir der eine oder die andere bekannt vor, aber unterhalten habe ich mich nur mit Leuten, die ich gut kannte. Ein Grund dafür waren die Namensschilder. Sie waren sehr schick gestaltet. Ein von ganz dunklem Blau ins Hellblau laufender Farbverlauf mit dem Logo des Gastgebers und darauf in Schriftgröße 16 Punkt, fett gedruckt der Name des Gastes. Die Namen auf den Schildern waren sicher bei Tageslicht mit normalem Leseabstand zu erkennen, aber in einem Partyraum mit leicht gedämpftem Licht war das Lesen für mich fast nicht möglich. Erst beim genauen Hinschauen aus einem Abstand von circa 30 Zentimetern waren die Buchstaben für mich zu entziffern und den meisten anderen Gästen ging es genauso.

Einfach mal an Jemand vorbeischlendern und einen dezenten Blick auf das Namensschild werfen, damit der Erinnerung auf die Sprünge helfen, war nicht drin. Somit waren die Schilder im Prinzip nutzlos. Einzig als Anbandelhilfe oder als Tarnung für den Seitenblick in den Ausschnitt einer netten Dame waren sie zu gebrauchen.

Deshalb immer daran denken: Namensschilder haben den Zweck, dass man den Namen seines Gegenüber erkennt. Und das geht, ohne auffälligen Blick aus kurzer Distanz nur dann, wenn die Namen auf den Schildern so groß geschrieben sind, dass man sie auch lesen kann. Konkret: eine ausreichend große Schrift wählen und auf genügend Kontrast zum Hintergrund achten.

Noch ein Tipp zum Schluss: Handgeschriebene Schilder vermeiden Gäste 2. Klasse.
Wer keinen Drucker vor Ort hat, kann schon bei der Vorbereitung die Schilder in Schönschrift per Hand schreiben. Gäste, die überraschend kommen, haben dann trotzdem ein Schild wie alle anderen.

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Zweimal Zukunft: Menschen, Kommunikation und Marketing

Das Jahresende ist zwar häufig die Zeit für Rückblicke, fürs Bilanzziehen und Bewerten vergangener Ereignisse, doch heuer hat die Zukunft Konjunktur. Und ehrlich gesagt, ich finde das auch viel spannender als die Rückschau.

Gleich zwei Vorträge zum Thema Zukunft habe ich in den letzten Wochen gehört: Zum einen von Matthias Horx zur Zukunft von Gesellschaft, Familie und Arbeitswelt, zum anderen von Sven Gábor Jánszky  über Menschen, B2B-Marketing und Kommunikation im Jahr 2020.

Was nehme ich von beiden Vorträgen mit?
1. Es wird und es muss sich viel ändern.
2. Es wird und es muss viel so bleiben wie es ist.

Ad1: Unsere Arbeitswelt muss sich radikal verändern, um Familie und Beruf besser vereinen zu können. Das Modell der “männlichen Präsenzkultur” hat ausgedient, es ist ineffizient und vergeudet die Ressourcen der exzellent ausgebildeten Frauen. Und es gibt schon heute mehr exzellent ausgebildete Frauen als Männer. Arbeitszeiten, Arbeitsplätze, Arbeitskultur müssen flexibel an die Anforderungen von Familien und Freizeit angepasst werden. Wissensarbeiter – ob männlich oder weiblich – brauchen Freiräume für Kreativität und keine 8-bis-22-Uhr-Präsenzkultur, die nur dazu dient, Mitarbeiterinnen mit Kindern auszuschließen und vom Aufstieg in die Führungsriege fernzuhalten. Zahlreiche Studien belegen, dass Gesellschaften mit Innovationspotenzial, Stabilität, wirtschaftlichem Erfolg und Gesundheit alle sehr weit fortgeschritten sind in Gleichberechtigung, flexiblen Arbeitszeiten und Kinderbetreuung – bei steigender Geburtenrate. Soweit Horx.

Jánszky sieht eine individualisierte Gesellschaft, die auf ständige Optimierung ausgerichtet ist: Körperoptimierung (Öko-Essen, Nahrungsergänzungsmittel), Hirn-Optimierung (Brain Food, leistungssteigernde Drogen) – die Defizite und Mängel des Menschen sollen und werden durch zahlreiche Technologien ausgeglichen. Der Mensch der Zukunft nutzt Technologien (Infoscreens mit Kommunikationstechnologie im ganzen Haus und mobil), um immer schneller immer mehr zu wissen, um schneller zu kommunizieren und zu entscheiden. Umso wichtiger ist es, diese vernetzten, informierten Menschen in Marketing und Unternehmenskommunikations richtig anzusprechen und zu erreichen. Jánszki empfiehlt “act like lovers do”!

Aber wie? Da kommen wir gleich zum nächsten Punkt, nämlich dem, was bleibt.

Ad 2: Menschen wollen – gestern, heute, morgen – Anerkennung und Aufmerksamkeit. Das bedeutet Zeit, Freundlichkeit, Lob, Geschenke und Individualität geben – alles Dinge, die Emotionen wecken und bleibend positive Erinnerungen prägen. Das ist nichts Neues, weder im Privaten noch in Marketing und Werbung, weder im B2C noch B2B. Wenn sich unser Zusammenleben an diesen Bedürfnissen orientiert, wird sich sowohl unser Arbeits- als auch Familienleben so verändern, dass Individuen, Wirtschaft und Gesellschaft davon profitieren. Wenn Unternehmen in Kommunikation, PR und Marketing Menschen mit ihren Botschaften begleiten, positive Emotionen wecken und angenehm in Erinnerung bleiben und ihnen immer wieder signalisieren, dass sie ihnen zuhören und sie anerkennen, dann werden diese Unternehmen Erfolg haben bei ihren Kunden.

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