Dieses Jahr war meine re-publica-Premiere und ich war sehr gespannt, was und vor allem wer mich da so erwarten würde. Es waren viele neue, aber auch etliche bekannte Gesichter. Kurz gesagt: Der Networking-Faktor war hoch. Positive Randnotiz: Mit Anzug ist man negativ aufgefallen. Und noch eine Bemerkung zu den Sessions: Visionär waren nur wenige, ich hatte gehofft, dass mehr „Spinner“ sich und ihre Ideen präsentieren. Mein Fazit? Ich habe lange überlegt und mich dazu entschlossen, die Kommunikation in den Mittelpunkt zu stellen.
Bei allen Vorträgen, die ich besucht habe, waren sich die Redner in einem Punkt einig: Die digitale Welt ist die Zukunft. So weit, so gut. Aber der nächste Schritt, oder vielmehr die Forderung, ist meiner Ansicht nach fatal: Die analoge Welt muss sich der digitalen Welt öffnen und endlich mitmachen. Hilfestellung von der digitalen Seite? Fehlanzeige. Dieser egozentrische Standpunkt baut weder Brücken zur analogen Welt, noch zeigt er Hilfestellungen auf, um die digitalen Themen für die analoge Welt reizvoll zu gestalten. Aber genau das ist eine der zentralen Aufgaben in den kommenden Jahren: Statt Einbahnstraßen-Kommunikation, also Monologen, sind Dialoge gefragt. Ein Beispiel: Die Silver Surfer sind nur ein kleiner Teil der Senioren. Und mal ehrlich: Ist deren Meinung wertvoller als die der analogen Senioren? Ich fände beispielsweise nach einem Theaterbesuch die Meinung der „alten Hasen“, die schon zig Inszenierungen dieses Stückes gesehen haben, mindestens genauso spannend wie die Tweets eines pubertierenden Teenagers. Richtig schön und erklärtes Ziel sollte jedoch das Gespräch aller Zuschauer sein, unabhängig von der Altersgruppe. Viele digitale Lebewesen erwarten aber von Oma Käthe, dass sie sich doch endlich ein Smartphone anschafft, um mit zu twittern. Das halte ich für den falschen Weg. Zielführender ist, um bei dem genannten Beispiel zu bleiben, eine Kombination angepasst an die jeweilige Zielgruppe: Jugendliche twittern via Smartphone und Theaterangestellte fangen die Meinung der älteren Besucher ein und speisen diese in das Netz ein. Vielleicht macht das den einen oder anderen Besucher neugierig, welche Resonanz seine Einschätzung hervorgerufen hat. Wenn er daraufhin online geht, ist eine neue Brücke entstanden. Und davon brauchen wir viele.
Deshalb ist mein Fazit vielmehr ein Wunsch: Liebe digitale Welt, liebe Blogger, begeistert die andere Seite für Euch, reicht der analogen Welt die Hand und macht so das Wissen und die Erfahrung der analogen Menschen zu einem wertvollen Bestandteil eures digitalen Universums.











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