re-publica 2012: Oma Käthe twittert nicht

re:publica 2012 Dieses Jahr war meine re-publica-Premiere und ich war sehr gespannt, was und vor allem wer mich da so erwarten würde. Es waren viele neue, aber auch etliche bekannte Gesichter. Kurz gesagt: Der Networking-Faktor war hoch. Positive Randnotiz: Mit Anzug ist man negativ aufgefallen. Und noch eine Bemerkung zu den Sessions: Visionär waren nur wenige, ich hatte gehofft, dass mehr „Spinner“ sich und ihre Ideen präsentieren. Mein Fazit? Ich habe lange überlegt und mich dazu entschlossen, die Kommunikation in den Mittelpunkt zu stellen.

Bei allen Vorträgen, die ich besucht habe, waren sich die Redner in einem Punkt einig: Die digitale Welt ist die Zukunft. So weit, so gut. Aber der nächste Schritt, oder vielmehr die Forderung, ist meiner Ansicht nach fatal: Die analoge Welt muss sich der digitalen Welt öffnen und endlich mitmachen. Hilfestellung von der digitalen Seite? Fehlanzeige. Dieser egozentrische Standpunkt baut weder Brücken zur analogen Welt, noch zeigt er Hilfestellungen auf, um die digitalen Themen für die analoge Welt reizvoll zu gestalten. Aber genau das ist eine der zentralen Aufgaben in den kommenden Jahren: Statt Einbahnstraßen-Kommunikation, also Monologen, sind Dialoge gefragt. Ein Beispiel: Die Silver Surfer sind nur ein kleiner Teil der Senioren. Und mal ehrlich: Ist deren Meinung wertvoller als die der analogen Senioren? Ich fände beispielsweise nach einem Theaterbesuch die Meinung der „alten Hasen“, die schon zig Inszenierungen dieses Stückes gesehen haben, mindestens genauso spannend wie die Tweets eines pubertierenden Teenagers. Richtig schön und erklärtes Ziel sollte jedoch das Gespräch aller Zuschauer sein, unabhängig von der Altersgruppe. Viele digitale Lebewesen erwarten aber von Oma Käthe, dass sie sich doch endlich ein Smartphone anschafft, um mit zu twittern. Das halte ich für den falschen Weg. Zielführender ist, um bei dem genannten Beispiel zu bleiben, eine Kombination angepasst an die jeweilige Zielgruppe: Jugendliche twittern via Smartphone und Theaterangestellte fangen die Meinung der älteren Besucher ein und speisen diese in das Netz ein. Vielleicht macht das den einen oder anderen Besucher neugierig, welche Resonanz seine Einschätzung hervorgerufen hat. Wenn er daraufhin online geht, ist eine neue Brücke entstanden. Und davon brauchen wir viele.

Deshalb ist mein Fazit vielmehr ein Wunsch: Liebe digitale Welt, liebe Blogger, begeistert die andere Seite für Euch, reicht der analogen Welt die Hand und macht so das Wissen und die Erfahrung der analogen Menschen zu einem wertvollen Bestandteil eures digitalen Universums.

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Geschenke drucken

@ ct

Zum vergangenen Weihnachtsfest habe ich laut über 3D-Drucker nachgedacht, da sie das “Besorgen” der Geschenke noch beschleunigen könnten… Damit würde der Haussegen an den Weihnachtstagen nicht durch eine verspätete Geschenklieferung wegen Schneechaos gefährdet.

Und siehe da: Die Geschenkalternative aus dem Drucker scheint gar nicht mehr so weit weg. Denn die Anwendungsmöglichkeiten für dreidimensionale Drucker sind längst Labor- und Industrietauglich, wie eine Fotostrecke bei Wired Online zeigt. Wenn sich mit einer Technologie nicht nur in ganz eng umgrenzten Anwendungsfällen Geld verdienen lässt, wird die Technologie serienreif – und damit nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit günstiger und massentauglicher.

Passend dazu stellt die c’t in ihrer aktuellen Ausgabe (Heft 11 vom 7. Mai 2012) ihre Erfahrungen mit sieben aktuellen Modellen vor.

Mein Fazit nach der Lektüre: Beim kommenden Weihnachtsfest werde ich wohl noch keine selbstgedruckten und hand-colorierten 3D-Schmuckstücke oder Schlüsselanhänger überreichen (ich höre gerade das imaginär-erleichterte Aufatmen der Personen in meiner Umgebung…). Das scheint derzeit noch Bastlern und Enthusiasten vorbehalten – denn ohne “Hingabe”, wie c’t-Autor Peter König schreibt, lässt sich wohl noch keines der Modelle betreiben. Ich bleibe gespannt, wann die Serienreife für Otto-Normal-Verbraucherin erreicht ist.

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Going global für chinesische Unternehmen – aber wer kennt die neuen Investoren?

Aktuell ist gerade wieder die Hannovermesse zu Ende gegangen; Partnerland war diesmal China. Die größte Industriemesse der Welt war wie üblich ein Publikumsmagnet und hat vor allem eins wieder deutlich gemacht: China hat die klare Zielsetzung, sich von der Werkbank der Welt zum High-tech-Industriestandort zu entwickeln und setzt beträchtlichen Ehrgeiz darein, diese Strategie auch umzusetzen.

Begleitet werden diese Ambitionen von zunehmenden internationalen Investitionen. Laut Presseinformationen sind bereits 1.600 chinesische Unternehmen mit über 37.000 Mitarbeitern in Europa vor Ort. Deutschland ist offensichtlich als Investitionsstandort besonders beliebt; Schwerpunkte des chinesischen Engagements in Deutschland liegen laut Auswärtigem Amt bisher in den Bereichen Maschinenbau (31% der Investitionsprojekte), Elektronik (18%), Konsumgüter (12%) und IKT (9%). Bis dato machten die Unternehmen aus dem Reich der Mitte vorzugsweise durch die Übernahme deutscher Mittelständler Schlagzeilen. So übernahm der chinesische Computerkonzern Lenovo Medion, und erst kürzlich kaufte der chinesische Baumaschinenhersteller Sany Heavy Industries Anfang 2012 den deutschen Betonpumpenhersteller Putzmeister. Dabei geht es den Chinesen zum einen um den Zugang zu innovativen Technologien, Know-how und Vertriebsnetz, zum anderen aber auch um den Markenaufbau in Verbindung mit einer Produktion „Made in Germany“.

Soweit so lukrativ (hoffentlich für beide Seiten) – daraus resultiert zumindest mittelfristig aber auch, dass sich die chinesischen Unternehmen aus der Deckung wagen müssen. Bis dato sind chinesische Unternehmen bestenfalls unbekannt; bei vielen Menschen haben sie kollektiv und im schlimmsten Fall sogar ganz individuell ein negatives Image. Und wir haben gerade in den letzten Jahren auch hier in Deutschland erlebt, dass ein schlechtes Image geschäftsschädigend ist bis hin zur Insolvenz. Auch wenn das Thema Markenaufbau, Imagepositionierung und Kommunikation in China noch tendenziell in den Kinderschuhen steckt, werden sich chinesische Unternehmen auf Sicht den Rahmenbedingungen in ihren neuen Märkten anpassen müssen – so wie dies internationale Unternehmen in China und anderswo auch tun.

Und hier steckt noch ordentlich Potenzial, denn selbst international bekannte Player wie Huawei (Telekommunikation, Netze) oder Haier (weiße Ware) geben speziell in punkto Medienarbeit noch lange kein überzeugendes Bild ab. So werden oft selbst bei internationalen Presseevents keine wesentlichen Informationen kommuniziert, der CEO verkriecht sich und schickt subalterne Mitarbeiter – und die Medienvertreter sind frustriert und verärgert. Welches Bild werden sie demnach der Öffentlichkeit in ihren Heimatländern vermitteln?

Fazit also: Hier bleibt noch viel zu tun, denn allenfalls chinesische Unternehmen, die über eine gewisse Nähe zum Endkunden verfügen und in einer Branche tätig sind, die stark im Lichtkegel der Öffentlichkeit steht, haben sich in punkto Messeauftritt, Marketing und Kommunikation professionalisiert. Beispiele hierfür sind Photovoltaikunternehmen wie Trina Solar, Yingli und Suntech. Sie haben erkannt dass es besser ist selbst die Initiative zu ergreifen und neben qualitativ hochwertigen Produkten mit einer zielgerichteten Informations- und Kommunikationspolitik zu punkten.

Damit sind sie zweifellos Ausnahmen innerhalb der Unternehmerschaft aus dem Reich der Mitte, aber das könnte sich mittelfristig ändern. Damit eröffnen sich für die Kommunikationsbranche neue Potenziale, aber auch echte Herausforderungen in kultureller Hinsicht. Darauf gilt es sich einzustellen – das Essen mit Stäbchen zu üben ist da nur ein kleiner erster Schritt.

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Hannover Messe – Technik wird sexy!

@ Deutsche Messe Hannover

Ende letzter Woche ist die Hannover Messe 2012 zu Ende gegangen – und war beeindruckend wie immer. Es war eine Leistungsschau zu Top-Themen aus Wirtschaft und Technik, und sie verursachte wie immer einen beachtlichen Publikumssog aus dem In- und Ausland. Acht Leitmessen und 5000 Aussteller aus 69 Nationen beschäftigten sich mit den spannendsten Fragen aus Industrie und Energie und präsentierten ihre Technologien, Produkte und Lösungen. Ob es um die Energieversorgung von morgen geht, um Mobilitätskonzepte, Automatisierungstechnik, Ressourceneffizienz, Vernetzung in der Industrie oder die Zukunft urbaner Infrastrukturen in den Megacities dieser Welt: Auch für den Techniklaien ist es beeindruckend zu sehen, an welchen Lösungen Forscher und Techniker bereits arbeiten – und was sie im Ergebnis bereits präsentieren können.

Bei mir ganz persönlich sprang der Funke aber noch aus einem anderen Grund über: Die Realwirtschaft boomt nicht nur, sie wird auch noch immer schöner. Früher waren Industriemessen doch vorwiegend geprägt durch hochgerüstete Stände, an denen die ausgestellten Produkte und Lösungen allenfalls durch Prospekte mit kryptischen Inhalten erläutern wurden, die sich außerhalb der jeweiligen Branche niemandem erschlossen. Das war vielleicht auch nicht so erforderlich – man kannte und verstand sich. Und das Fachchinesisch vom Dipl.-Ingenieur am Stand hat der Nicht-Techniker vorsichtshalber gar nicht erst abgefragt.

Heute bietet sich ein ganz anderes Bild: Offene, luftige Messestände in hellen Farben laden zum Umschauen und zum Gespräch ein – im Optimalfall sogar zum Sitzen(!). Freundliches Standpersonal (keineswegs nur Messehostessen) sprechen Besucher aktiv an und erläutern auch unaufgefordert, was das Unternehmen macht. Auch Designfetischisten kommen voll auf ihre Kosten: Maschinen, Technologien und Produkte werden anschaulich und sehr kreativ – und damit auch für den Laien verständlich – präsentiert. Kein Zweifel: Technik wird sexy!

Ein Blick in die Runde der Standbesucher bietet zumindest eine Erklärung: Es sind viele junge Leute unterwegs; Schüler, Auszubildende, angehende Studierende – der sich andeutende Fachkräftemangel hat bei den ausstellenden Unternehmen im Hinblick auf den Sinn für Ästhetik und die Kommunikationsbereitschaft Erstaunliches bewirkt. Ganz offensichtlich geht es (auch) darum, das eigene Unternehmen attraktiv zu präsentieren, um für junge Nachwuchskräfte interessant zu werden. Vielleicht hat sich aber auch (zumindest teilweise) die Einsicht durchgesetzt, dass Technikunternehmen sich nicht auf Dauer hinter ihrer Kompetenz und ihren Apparaturen verschanzen können, sondern mit ihren Zielgruppen aktiv in Kontakt treten müssen. Und zu denen gehört selbstredend auch das Messepublikum.

Aus welchen Gründen auch immer: Der Besuch der Hannover Messe hat stimuliert und echtes Interesse an Themen, Konzepten und Lösungen geweckt – die Bemühungen der Aussteller haben damit voll ins Schwarze getroffen. Da kommt man(n) gerne wieder – und Frau sowieso!

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Isarnetz: Nach der republica ist vor der Münchner Webwoche

Wie versprochen, möchte ich Ihnen heute ein weiteres Münchner Projekt vorstellen, das die Stärke der Münchner Internetwirtschaft zeigen will: Isarnetz. Durch einen Blogbeitrag von Roland Dürre bin ich auf dieses Projekt aufmerksam geworden und es hat meine Neugier geweckt. Also bin ich zum Orga-Treffen gegangen. Dort lernte ich die beiden Initiatoren Prof. Wolf Groß, Webmontag, und Thomas Pfeiffer, Twittwoch e.V., kennen. Im Laufe der Zeit konnte das Team namhafte Unterstützer gewinnen: IHK für München und Oberbayern und das Referat für Wirtschaft und Arbeit der Landeshauptstadt München. Auch die Medienpartner können sich sehen lassen: jetzt.de, Internet World Business, Agitano und BDOA. Als Sponsoren wurden bisher Google und Webguerillas gewonnen.
Isarnetz versucht eine Lücke zu schließen und einen Rahmen zu schaffen, um vorhandenes Internet-Knowhow zusammenzuführen und neue Vernetzungspunkte zu schaffen. Höhepunkt wird die erste Münchner Webwoche vom 7. bis 13. Mai. In dieser Woche finden in ganz München zahlreiche Veranstaltungen rund ums Thema Internet statt, die sich sowohl an Nerds, Socialmedia-Verrückte, aber auch „normale“ Neugierige richten. Einen Überblick über die zahlreichen Veranstaltungen findet man auf der Website www.isarnetz.com. Den Initiatoren ist wichtig, dass Isarnetz nicht in Konkurrenz zu bestehenden Organisationen tritt, sondern diese bei der besseren Vernetzung unterstützen will. Bestritten wird die Organisation von einer Reihe ehrenamtlicher Helfer, die sich auch jetzt noch über weitere Unterstützung freuen. In weniger als einem Monat startet die Münchner Webwoche und wer sich daran als Veranstalter oder Sponsor beteiligen möchte, ist herzlich willkommen.
Während der Münchner Webwoche übernimmt Isarnetz den Twitter-Account @MunichlovesU und berichtet von den Veranstaltungen. Außerdem verleiht Isarnetz am Mittwoch, 9. Mai, einen Award für die innovativste Idee rund ums Internet. Bewerbungen können noch bis zum 23. April direkt auf der Website eingereicht werden. Die Verleihung des Awards findet im Rahmen des Empfangs im Alten Rathaus statt, der von Isarnetz organisiert wird und für den es bei Amiando bereits Karten gibt.

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Computerlegende Jack Tramiel: Ein brillanter Kommunikator

Foto: Alex Handy

Der Computerpionier Jack Tramiel ist am 8. April 2012 gestorben. Nein, noch einen Nachruf auf den Vater des legendären C64 und des Atari St möchte ich nicht schreiben, sondern nur eine kleine Anekdote erzählen.
In meiner Zeit als Computerjournalist in den 80ern hatte ich ein paar mal die Gelegenheit, Jack persönlich zu begegnen. Am besten in Erinnerung geblieben ist mir ein Atari-Abend auf der CeBIT. Ein neuer Rechner wurde vorgestellt, der selbstverständlich als das Beste, was es zurzeit auf dem Markt gab, angepriesen wurde. Insofern nichts Ungewöhnliches für eine Presseveranstaltung. Ungewöhnlich allerdings der Auftritt von Jack Tramiel: Begleitet von seiner Frau und seinem Sohn – der eine Führungsposition bei Atari hatte – stellte er sich den Fragen der Presse. Was mich an ihm am meisten beeindruckte, war die unbändige Energie und die Lebenslust, die dieser Mann hatte. Er blieb keine Antwort schuldig und, wenn es immer möglich war, würzte er sie mit einer Prise seines schelmischen Humors. All das war umso beeindruckender, als er das Warschauer Ghetto erlebt und den Holocaust in Auschwitz überlebt hatte. Trotzdem oder gerade deshalb: Sein Optimismus, sein Humor, seine Energie waren ungebrochen.

Er war ein Manager zum Anfassen, er mischte sich unter die Leute und fragte zum Besipiel jeden, wirklich jeden – ob Taxifahrer oder Chefredakteur einer großen Zeitung – zu seiner Meinung über den neu vorgestellten Computer. Immer wieder überraschte er mich durch seine ungewöhnlich ‘freche’ Nähe zu seinen Zuhörern und seine Schlagfertigkeit.

Zugegeben, aus der Sicht des Kommunikationsberaters war er sicher ein nicht zu berechnender Unsicherheitsfaktor, ein Alptraum für jede PR-Abteilung. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass er immer wusste, was er warum, wann, wo und wie gesagt hat. Mir ist auch an ihm klar geworden, das Authenzität, Lebendigkeit, Präsenz und Nähe viel mehr zählen und auch viel mehr Sympathien schaffen als sorgsam abgestimmte, ausgewogene Statements. Damit möchte ich nicht gegen die wichtige Funktion von PR-Abteilungen oder PR-Agenturen argumentieren – Professionalität, Lebendigkeit, Humor und Authentizität sind ja Gott sei Dank keine Widersprüche, sondern, wenn sie Hand in Hand gehen, die Quintessenz und das Erfolgsgeheimnis wirkungsvoller Kommunikation.

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Nicht nur Bussi, Bussi und Chichi: München kann auch online

Gandi / pixelio.de

München ist zwar ein weltweit anerkannter IT-Standort, aber wenn es um Business rund ums Internet geht wird Berlin als Innovationsmotor gesehen. Berliner Agenturen sind kreativ, innovativ – kurzum: Sie haben es einfach drauf. Aber in der bayerischen Landeshauptstadt regt sich langsam Widerstand gegen diese Sicht der Welt. Der Bayer würde sagen: Minga mandlt si auf. Hier möchte ich Ihnen zwei aktuelle „Aufmandl“-Beispiele vorstellen, die sich sehen lassen können und den Schatten Berlins ein wenig schrumpfen lassen.

@MunichlovesU
Das Motto des Twitter-Accounts lautet: 52 Wochen – 52 Münchner – 52 Blickwinkel. Seit dem 4. März twittert hier jede Woche ein anderer Münchner – egal, ob gebürtig oder „zuagroast“. Die Idee ist nicht neu, denn in Schweden läuft der Account @sweden seit letztem Jahr. Hier twittert jede Woche ein anderer Schwede, ob Bauer, Feuerwehrfrau oder Lehrer. Der Erfolg gibt dem Konzept recht. Da hat sich die Initiatorin von @MunichlovesU, Sabine Sikorski, gedacht: Warum gibt’s das eigentlich nicht auch für München? Zusammen mit zehn Mitstreitern hat sie die Umsetzung in Angriff genommen – mit Erfolg. Die Followerzahlen steigen kontinuierlich und in den ersten drei Wochen gabs viele Bilder aus den unterschiedlichsten Ecken Münchens und Historisches. Ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen werden. Bei @sweden freue ich mich jede Woche auf einen neuen Blickwinkel und Alltagsgeschichten, denn das macht die Person hinter dem Account für mich greifbar. Bei @MunichlovesU  gefiel mir bisher Michael Jäger in der ersten Woche am besten, weil er einen unterhaltsamen Mix geboten hat. Vorerst ist das Ganze auf ein Jahr begrenzt, mal sehen, ob es danach weiter geht.

Nächstes Mal stelle ich Ihnen das Isarnetz vor, das die erste Münchner Webwoche initiiert.

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Aprilscherz 2012: Klassische Tagespresse chancenlos gegenüber Online-Medien

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Spätestens dieser 1. April 2012, der auf einen Sonntag fiel, hat’s der klassischen Print-Tagespresse wieder mal knallhart und grausam gezeigt, dass sie zu den Verlierern der Medienszene gehört: Die Samstag/Sonntag-Ausgaben konnten ja schlecht den traditionellen Aprilscherz schon am Samstag bringen, und heute, am Montag, ist’s aus und vorbei mit dem Scherzen, Schnee von gestern. Außer bei ein paar Print-Sonntagszeitungen wie BAMS oder WAMS spielte sich dieser 1. April scherzemäßig nur in AV-Medien, Online und im Web ab (http://meedia.de/internet/die-besten-medien-aprilscherze-2012/2012/04/02.html; http://www.googlewatchblog.de/2012/04/april-2012-von-und-mit-google/#more-11819). Ganz schlau die Punktlandung von BMW: Wer als Journalist auf dem Presse-Verteiler steht, der bekam am 1. April um 0:10 Uhr einen Newsletter von Mini (http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/camping-modelle-minis-schoener-aprilscherz/6466926.html#image).

Tut mir leid, Tagespresse, da war nix zu machen! Dem Medium sind eben Grenzen gesetzt, der Ersteaprilsonntag ist für Euch ein Scherzeschlächter, ein Humorkiller – das kostet wieder Auflage und Lesersympathien. Kleiner Trost: Die nächsten Jahre klappt’s wieder, Gottseidank, und Ihr habt jetzt 1 Jahr lang Zeit, Euch einen wirklich guten Aprilscherz 2013 zu überlegen!

Ich finde es spannend und amüsant zugleich, dass sogar so traditionsreiche Bräuche wie der Aprilscherz von den neuen Medien beeinflusst werden. Und ganz klar zeigen sich auch hier die Vorteile der Online-Medien, des Web 2.0: Nicht nur die Aktualität bzw. Schnelligkeit (die haben ja Radio und TV auch), sondern auch die tollen Möglichkeiten zur Interaktion, zum Dialog – zum gemeinsamen Spaß aller Netzteilnehmer.

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CeBIT 2012: Anarchistisch auf die Messe*

Hannover zu Messezeiten war schon immer etwas Besonderes. Da rücken alle zusammen, machen Etagenbetten und Schlafsofas frei, um die Messegäste unterzubringen. Das bringt gutes Geld, ist aber auch Ausdruck einer besonderen Gastfreundschaft, die in Hannover einfach dazu gehört. Die Stadt und ihre Einwohner wissen, was sie an der Messe haben, und sie setzen sich für sie ein. In Sachen „Messe durchziehen“ hat der Hannoveraner vor nichts Angst.

Insofern wundert es auch nicht, dass die Leinestadt im Angesicht eines bevorstehenden Streiks im öffentlichen Nahverkehr, der morgen das Messegelände von den Privatunterkünften abschneiden soll, nicht in Panik verfällt. Stattdessen erinnert man sich an eine bewährte Methode aus alten APO-Zeiten.

Wir verfolgen die aktuellen Berichte: Indem sie einen roten Punkt an ihr Auto kleben, weisen hilfsbereite Hannoveraner darauf hin, dass sie zur Verfügung stehen, Messebesucher mitzunehmen: http://www.cebit.de/de/ueber-die-messe/themen-und-trends/news/informationen-zu-dem-geplanten-streik

Und wir blicken ins Geschichtsbuch der wilden 60er: „Die ‚Aktion Roter Punkt’ im Juni 1969 in Hannover machte bundesweit Schlagzeilen. Initiiert war sie von Studenten- und Schülerorganisationen (…) sowie linken Gruppen aus der APO. Später beteiligten sich große Bevölkerungsteile an der Aktion, zeitweise soll jedes 2. Auto einen roten Punkt geführt haben. Die Aktion richtete sich gegen die Fahrpreiserhöhungen der örtlichen Verkehrsbetriebe. Sie wurden am 1. Juni 1969 von 50 auf 66,67 Pfennige (+ 33 %) für die am meisten genutzte Sammelfahrkarte erhöht.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Roter-Punkt-Aktion)

So tritt denn heute ein Instrument des antiautoritären Widerstands in den Dienst einer Wirtschaftsleitmesse. So ändern sich die Zeiten…

*oder: „Alter, fährste zufällig nach Laatzen? Und kann ich mein iPhone unterwegs aufladen?”

 

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Praxistipp “Eventorganisation”: Heimvorteil nutzen

Parkscheibe

Claudia Hautumm_pixelio.de

Von Vielen gehasst und geliebt gleichzeitig: Events. Egal ob für Medienvertreter oder Kunden, die Organisation ist aufwendig und zeitintensiv. Mit der Erfahrung wächst auch die abzuarbeitende Checkliste immer weiter an. Aber nutzen Sie auch den Heimvorteil?

Der Heimvorteil bedeutet, dass Sie sich in der gewählten Location und zumindest der näheren Umgebung auskennen. Und genau damit kann man bei den Besuchern punkten. Eine Anfahrtsskizze oder Wegbeschreibung gehört natürlich dazu, aber viele Besucher schauen vermutlich zusätzlich vor der Anreise ohnehin noch einmal bei Google Maps nach. Diese Darstellung sind sie gewohnt, hier kann man zoomen, die Ansicht ändern etc. So viel individuellen Komfort kann keine Skizze leisten. Muss sie aber auch gar nicht, denn Sie als Gastgeber können mit Hintergrundwissen punkten, das Google Maps nicht liefert.

Der Heimvorteil beginnt bei Informationen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Viele Besucher werden sich im Vorfeld informieren, wann ihr letzter Zug fährt. Aber wenn der Abend länger dauert als erwartet und man die Zeit aus den Augen verliert, ist guter Rat oft teuer. Sie können nun den Gästen gerne ihr Smartphone zur Verfügung stellen, um nach alternativen Fahrtmöglichkeiten zu suchen. Eleganter ist es jedoch, wenn Sie zu einer Liste greifen können, auf der die Gäste alle Abfahrtzeiten der möglichen Verkehrsmittel und eine Rufnummer der Taxizentrale finden.

Natürlich können Sie aber auch bei beim Thema „Parken“ punkten. Selbstredend ist eine ausreichende Anzahl verfügbarer Parkplätze ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl der Location. Die Gäste danken es Ihnen, wenn Sie in Ihrer Einladung auf Parkmöglichkeiten hinweisen, denn das spart Zeit und Nerven. Aber vielleicht können Sie noch einen oben drauf legen: Wenn Sie beispielsweise wissen, dass ein nahegelegenes Parkhaus ab einer gewissen Uhrzeit nur über einen Seiteneingang betreten werden kann. Der Hinweis darauf erspart ihren Gästen Irrwege zu später Stunde – und das kommt an und bleibt im Gedächtnis.

Den Heimvorteil können Sie natürlich am Besten in Ihrer Stadt ausspielen. Fragen Sie ihre Mitarbeiter und Kollegen und nutzen Sie deren Insider-Wissen, um mit wertvollen Tipps bei Ihren Gästen zu punkten. Aber auch anderswo lassen sich mit den richtigen Fragen an die richtigen Leute einige wichtige Kleinigkeiten herausfinden, die Ihnen und Ihren Gästen im entscheidenden Moment eine große Hilfe sind.

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