Speichertrends: Bericht von der „Powering the Cloud“ in Frankfurt

PoweringtheCloudAlles was Rang und Namen in der Storage Branche hat, traf sich am 28. und 29. Oktober in Frankfurt auf der „Powering the Cloud“. Diese Konferenz und die integrierte Fachmesse „Data Center World“ zum Thema IT-Infrastruktur und Cloud-Computing richtet sich an IT-Fachleute, die sich über die neuesten Technologien informieren, sich mit führenden, innovativen und neuen Unternehmen treffen, Ideen sammeln und teilen und sich mit Gleichgesinnten austauschen wollen. Also eine exzellente Gelegenheit zum Netzwerken, Fachsimpeln und Trends erfassen.

Interessante Anregungen zu diesen Trends gab mir der Vortrag von Storage-Guru und Speicherguide-Herausgeber Engelbert Hörmannsdorfer: Der Bedarf an Speicher wird weiter wachsen und wachsen. Und damit wächst auch der Bedarf nach Speichermanagement, nach Datenmanagement. Denn: Das ursprünglich genuin der Hardware zugeordnete Storage-Thema wird heute zur Herausforderung für die Software. Früher bedeutete Storage Disketten, Magnetbänder, Festplatten etc.. Heute ist Storage Software. Das heißt: Wer von Storage, Storage-Lösungen und Storage-Herausforderungen redet, meint intelligente Softwarelösungen, die in die Storage-Infrastruktur eingebaut werden müssen.

Bei der Infrastruktur spielen heute die Speicherkosten und die Prozesse keine große Rolle mehr, viel wichtiger sind die User. Applikationen müssen schnell und flexibel laufen, alles muss schnell an diese Anforderungen anpassbar sein. Die Folge dieser Entwicklung: Die sehr komplexen Systeme werden immer noch komplexer. Deshalb kann es auch keine Standardlösungen geben. Notwendig sind Analysen, was genau gebraucht wird und zwar immer unter dem Blickwinkel: Was braucht das Business, wie kann das Business vorangebracht werden? Storage ist heute keine IT-Entscheidung, sondern immer zuerst eine Business Entscheidung, der sich die IT anpassen muss.

Also, die Fahrt nach Frankfurt hat sich gelohnt. Ich habe wieder einmal neue interessante Perspektiven auf die IT-Branche bekommen und viele interessante Menschen und Unternehmen kennen gelernt. Und wie bei jeder Veranstaltung außerhalb von München habe ich an einem Tag mehr Freunde, Fachkollegen und Experten aus München getroffen, als sonst in einem halben Jahr.

P.S: Sehr gespannt bin ich auf die neuen Technologien, die es erlauben, Daten auf einzelnen Atomen zu speichern.

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Beispiel aus der Praxis: Selbst der kürzeste Text braucht einen professionellen Übersetzer

Warntafel

So viel Mühe, soviel Aufwand und ein so erschütterndes Ergebnis!
P.S.: Vor irgendwas wird gewarnt und man soll auch nicht baden…… Obwohl ich deutsch, englisch und französisch kann hat sich mir der genaue Sinn der Tafel nicht ganz entschlossen. Gibt es Italienisch-Könner, die wissen worum es da genau geht?

 

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„HR-Kommunikation ist zunächst interne Kommunikation“

Ein paar Fragen zu … HR-Kommunikation

Im Gespräch mit Sebastian Pauls, Prokurist bei Dr. Haffa & Partner

Ein Mittelständler braucht schnell neue Mitarbeiter und will deshalb möglichst rasch eine Employer Branding-Kampagne starten. Was raten Sie ihm?

Sebastian PaulsIch rate zunächst einmal zu Geduld – und zu einem strukturierten Vorgehen. Wer kommunizieren will, muss sein Ziel kennen und wissen, welche Mittel ihm dafür zur Verfügung stehen. Selbst wenn sich mit einer Schnellschusskampagne Sichtbarkeit und Interesse bei Bewerbern erzeugen ließe, ist das nicht nachhaltig und fällt dem Unternehmen irgendwann auf die Füße. Deshalb: Die Außenkommunikation ist der letzte Schritt von vielen. Vorher geht es um Analyse und Gestaltung. Ich rate ihm aber auch, sich an Experten zu wenden, die ihm helfen können, seinen akuten Personalengpass kurzfristig zu lösen.

Was mir ganz wichtig ist: Employer Branding ist nichts, das Unternehmen einfach nur betreiben können, um möglichst viele Bewerbungen zu bekommen.

Was allerdings zentrales Ziel vieler Unternehmen ist…

Natürlich, und das kann und soll ja auch ein Effekt sein. Wichtig ist aber, das Pferd nicht von hinten aufzuzäumen. Erst wenn es eine nachhaltige und wahrhaftige Firmenkultur gibt, die Bewerber anzieht, können wir von einer wirksamen Arbeitgebermarke sprechen. Davor steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Wie tickt ein Unternehmen? Und welche Konsequenzen hat das? Insofern ist eine Employer-Branding-Initiative so etwas wie eine Psychotherapie fürs Unternehmen.

Und bitte nie die aktuellen Mitarbeiter vergessen. Es kommt nicht gut an, immer nur an die High Potentials zu denken, die man nicht hat. Es gibt ja schon die, die jeden Tag ihr bestes für das Unternehmen geben. Und die sind übrigens die überzeugendsten Markenbotschafter überhaupt. Das funktioniert in vielen Firmen ja schon seit Generationen: Wenn die Tochter beim gleichen Arbeitgeber anfangen möchte wie ihr Vater, dann war das erfolgreiches Employes Branding. Wer könnte besser beurteilen, ob ein Job gut oder schlecht ist, als die eigene Familie?

Viele Firmen stehen jetzt erstmals vor der Frage, sich strukturiert mit der eigenen Arbeitgebermarke zu beschäftigen. Sicherlich: Erfolgreiche Unternehmen haben in der Regel eine gute Unternehmenskultur, denn ohne die gibt es ja gar keinen Erfolg. Aber das ist oft eben nicht wirklich ausformuliert, nicht bis zu Ende gedacht und auch nicht in aller Konsequenz ausgereizt. Wie sind wir? Warum sind wir so? Sind wir damit zufrieden? Was für Menschen ziehen wir damit an? Was für Persönlichkeiten brauchen wir?

Und wie lässt sich das herausfinden?

Am besten, indem man zuerst einmal die Mitarbeiter befragt. Niemand kennt das Unternehmen besser als sie. Das ist dann die Analyse des Ist-Zustandes – und die braucht man als Gestaltungsgrundlage. Dafür eignen sich übrigens Arbeitgeber-Wettbewerbe wie „Deutschlands beste Arbeitgeber“ sehr gut. Die bringen eine bewährte Methodik mit und geben auch die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen zu vergleichen. Man muss nicht unbedingt aufs Siegerpodest, damit sich eine Teilnahme lohnt. Der Erkenntnisgewinn ist der eigentliche Profit.

Wie geht es dann weiter?

Jetzt kommt ein Schritt, der schmerzhaft für das Management sein kann: die Auseinandersetzung mit der Mitarbeiterperspektive. Es gibt Fälle, in denen die Selbstwahrnehmung der Unternehmensführung und die Sicht der Mitarbeiter erheblich voneinander abweichen. Und dann ist es notwendig, sich anzugleichen, die Mitarbeiter ins Boot zu holen, Maßnahmen zu definieren oder auch Ziele neu zu setzen.

Was wünschen sich Mitarbeiter eigentlich von ihrem Arbeitgeber?

Dazu gibt es eine Menge Studien. Ein gutes Arbeitsklima ist wichtig, Weiterbildung und Wissensaustausch, flexible Arbeitszeitmodelle, gute Karrieremöglichkeiten oder Work-Life-Balance. Das ist alles schön und gut. Aber nur Statistik. Aus der Sicht des Einzelnen geht es schlicht und ergreifend um Selbstverwirklichung. Und die sieht eben für jeden anders aus. Der eine will viel Geld verdienen, der andere möchte möglichst viel Zeit für die Familie haben. Einer sucht laufend Veränderung, ein anderer mag es, sich immer tiefer in ein bestimmtes Thema einzuarbeiten. Und für jeden dieser Menschen gibt es im Unternehmen Verwendung. Sie alle ergänzen sich. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten eine ganze Firma voller Alphatiere im Karrieremodus, Hilfe! Insofern rate ich auch davon ab, ganz auf das Argument „Work-Life-Balance“ zu setzen. Erstens finde ich den Begriff problematisch, weil Arbeit und Leben einander nicht ausschließen sollten. Wer das Gefühl hat, das Leben beginne erst nach der Arbeit, sollte sich einen neuen Beruf suchen. Zweitens: Ich muss denen, die sich reinhängen wollen, die jung sind und Gas geben wollen, das Gefühl vermitteln, dass sie willkommen sind und dass ihre Leistung geschätzt wird. Die bewerben sich nämlich nicht unbedingt in einem Unternehmen, das sich vor allem behaglich darstellt und verschnarcht rüberkommt. Insofern geht es darum, Vielfalt unter einem Dach zu vereinen.

Und wie hält ein Unternehmen so viel Differenziertheit aus?

Da sind wir jetzt beim Thema Kommunikation – interner Kommunikation zunächst einmal. Die Aufgabe des Managements ist es, einen Rahmen zu schaffen, der diese Vielfalt strukturiert und steuert. Entscheidend ist, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der die Mitarbeiter das alles mittragen. Die Überstundenmacherin muss damit einverstanden sein, dass der Teilzeitvater die Meeting-Anfrage für 15 Uhr ablehnt. Wer erst um 9:30 Uhr im Büro erscheint, soll sich nicht mokieren über den Frühaufsteher, der um halb fünf seinen Rechner runterfährt. Dafür braucht es Transparenz und Toleranz – vor allem aber auch Vertrauen der Mitarbeiter in die Kollegen. Letztlich wird die Firmenkultur ja sowieso von der Belegschaft gemacht, nicht vom Management. Sie entsteht jeden Tag im Miteinander unter Kollegen, im Umgang mit Kunden und Produkten. Die Führungsetage – ganz wichtig – muss den Rahmen vorgeben, Möglichkeiten schaffen, Impulse setzen, Vorbild sein. Und den eigenen Beitrag zum Thema Unternehmenskultur laufend hinterfragen.

Jetzt waren wir bei der internen Kommunikation. Wie sieht es mit der externen aus?

Wenn alles, was ich eben beschrieben habe, weitgehend läuft, dann ist es an der Zeit nach außen zu gehen; denn dann habe ich Botschaften, hinter denen auch die Mitarbeiter stehen und die keine reinen HR-Floskeln sind. Dann lassen sich auf die eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter einsetzen, sei es auf Messen, im Social Web oder ganz klassisch in Online- und Printmedien.

Darüber können wir dann ja ein andermal sprechen.

Gerne

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Tipp für Startups – Erfolg braucht Kommunikation!

Startups_Themen_StorytellingWas mir auffällt, wenn ich mich durch die vielen Veranstaltungen des Messe-Herbstes wühle: Jede Konferenz und Ausstellung hat für Start-ups einen besonderen Platz reserviert. Sei es in Form von bestimmten Zonen, wie die dmexco Start-up Village, oder Vorträgen, beispielsweise auf dem Startup Day @ IFA Tec Watch Forum.
Aber nicht jede gute Idee schafft den Durchbruch. Oft liegt die Ursache an falscher oder fehlender Kommunikation: Die Bedeutung der Kommunikation wird unterschätzt. Denn wer ein Unternehmen gründet denkt nicht als erstes an PR und Marketing.

Dazu Andreas Winiarski, PR-Chef der Start-up-Fabrik Rocket Internet, im Interview mit dem PR-Journal: „Sie können ein Start-up ohne systematische PR groß machen. Im Kern geht es immer um gute Geschäftsentwicklung. Kommunikation kann das jedoch sehr vereinfachen und beschleunigen. Junge Start-ups müssen noch mehr kommunizieren als ältere, denn sie brauchen meist schnell viel Aufmerksamkeit bei den relevanten Zielgruppen, um Geschäft zu generieren. Ältere brauchen eher Prozesse und Strukturen, um den Ansprüchen der wachsenden Zahl ihrer Stakeholder gerecht zu werden.“

Was soll Kommunikation bewirken? Immer spielen die Faktoren Image und Bekanntheit eine Rolle.

  • Zielgruppe Investoren: Ich will Geldgeber davon überzeugen, dass meine Idee eine Zukunft hat – wenn ich denn mit dem nötigen Kleingeld weiterarbeiten kann. Ziel: Reputation Management
  • Zielgruppe Endkunden: Ich will mein Angebot bekannt machen und potentiellen Käufern meiner Dienstleistung oder meines Produktes schmackhaft machen. Ziel: Vertriebsunterstützung
  • Zielgruppe Mitarbeiter: Ich will motivierte, kreative und fähige Geister, die mir beim Auf- und Ausbau meines Geschäfts helfen. Ziel: HR-Kommunikation

Welche Materialien braucht ein Startup für seine Kommunikation? Das unterscheidet sich gar nicht so viel von etablierten Unternehmen. Ein paar zwingende Fragen vorweg: Wen will ich mit welcher Botschaft erreichen um was zu tun (siehe oben)? Wer hilft mir dabei (intern/extern)? Welche Materialien habe ich schon (Stichwort: Content Marketing)?

  • Unternehmenswebsite – benutzerfreundlich, aktuell, attraktiv, infomativ soll sie sein. Das Schaufenster vieler Startups ist häufig sogar besser als das von Unternehmen deren Web-Präsenz „organisch gewachsen“ ist.
  • Unternehmensdarstellung – ein absolutes Must-have. Wenn es darum geht, in möglichst wenig Worten die eigene Positionierung zu formulieren, bringt das viele zum Grübeln.
  • Erstkontakt zu Journalisten und Multiplikatoren – Wen interessiert meine Idee, wer spricht mit meiner Zielgruppe? PR ist keine Sache, die sich in eine kurze Kampagne zwängen lässt. Beziehungen zu Medien und Lesern müssen erst aufgebaut werden
  • Referenzen und Fachartikel – Die Königsklasse für Phase 2.

In allen Materialien soll die Geschichte des Unternehmens erzählt werden – nicht im Sinne der in der Regel kurzen Historie, sondern mit starker Nutzenargumentation! Bitte kein Blabla! Das schöne für Unternehmen jeglicher Größe: Es kommt dabei nicht auf die Höhe des Budgets an, sondern ob sie etwas Interessantes anzubieten habe.

Lassen Sie uns gerne über Ihre Geschichte sprechen: +49 89 993191-0

Und hier noch ein paar Lese-Empfehlungen zum Schluss:

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Zusammenarbeit Kunde – Agentur: Chemie allein reicht nicht

ChemieWenn es um die gute Zusammenarbeit zwischen Kunde und Agentur geht, kommt immer wieder die „Chemie“ in Spiel: Verstehen sich die Ansprechpartner beim Kunden und in der Agentur gut, kennen beide die Anforderungen und haben die entsprechende Erfahrung sowie die Professionalität, alles perfekt umzusetzen, dann steht dem Erfolg nichts im Wege. PR ist eben ein „Peoples‘ Business“ – es kommt auf die fachliche und soziale Kompetenz der Kommunikationsberater und Account Manager an, und alles ist gut.

Ich halte diese Einschätzung für gefährlich. Es bedeutet ein hohes Risiko für den Kunden einer Agentur, wenn Erfolg und Qualität der Zusammenarbeit nur auf der Person basiert. Wenn das gesammelte Wissen über den Kunden, die Kontakte, die Strukturen und Spezifika nur in den Köpfen der Agenturmitarbeiter sind, kann all das auch verloren gehen, nicht auffindbar oder nicht abrufbar sein. Dazu braucht es beispielsweise ein Agentur-Wiki als Wissensmanagement-System, klar definierte Arbeitsabläufe und Strukturen und vor allem einen Chef oder eine Chefin, die darauf achtet, dass die vorgegebenen Regeln auch eingehalten werden.

Deshalb gehört das Wissen rund um den Kunden in die Agentur! Und meiner Meinung nach muss eine professionell geführte Agentur sicherstellen, dass dies geschieht – über die Definition von Prozessen zu Dokumentation und Kommunikation; über den Einsatz geeigneter Software, die diese Prozesse unterstützt und über die klare Regel, dass alle, wirklich alle Agenturmitarbeiter sich an diese Prozesse halten.

Die systematische Organisation der Zusammenarbeit zwischen Kunde und Agentur sowie eine gute Dokumentation verhindern, dass bei Urlaub, Krankheit oder Mitarbeiterwechsel Wissenslücken entstehen, dass Projekte nicht „in time and in quality“ fortgeführt und abgeschlossen werden können. Sie ist Baustein einer guten, stabilen Beziehung zwischen Agentur und Unternehmen: Die Agentur, nicht der einzelne Account Manager oder Berater, hat den Überblick und den Zugriff auf Projekte, To Dos, Deadlines, Texte, Reports etc.: Das gibt dem Kunden „Ausfallsicherheit“ und reduziert die Risiken des Peoples‘ Business – so schön und wünschenswert es natürlich ist, dass sich die Menschen in der täglichen Zusammenarbeit gut verstehen und Freude bei der Arbeit haben.

P.S.: Eine gut organisierte Agentur ist natürlich auch dann hilfreich, wenn auf Kundenseite der Ansprechpartner wechselt.

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B2B-Kommunikation: Medienarbeit – ohne Strategie kein Erfolg

Strategie_1Bei aller Relevanz der Diskussion um die Zukunft der PR und den sich damit verändernden Aufgaben darf man das tägliche Brot- und Buttergeschäft nicht aus den Augen verlieren: Für viele Kommunikationsarbeiter gehört die althergebrachte Medienarbeit – alias Pressearbeit alias Media Relations – immer noch zu den Kernaufgaben ihres Jobs.

Wer hier vor allem in der B2B-Kommunikation erfolgreich sein will, muss heute definitiv mehr tun als Pressemitteilungen verschicken, Fachartikel platzieren oder Interviews verticken. Denn gerade hier gilt die alte aber immer noch viel zu oft nicht beachtete Binsenweisheit: Ohne Strategie geht nichts!

Die Medienarbeit wird nur wirklich dann erfolgreich sein, wenn sie im Einklang steht mit den strategischen Zielen des Unternehmens, der Unternehmenspositionierung, den Marketingaktivitäten und den Vertriebszielen. Das heißt es reicht für Unternehmen nicht aus, eine konsistente Unternehmenspositionierung und eine konsistente Produktpositionierung zu haben. Diese müssen von Kommunikationsprofis in eine gezielte, konsistente Nutzenkommunikation für die Unterstützung des Vertriebs in den adressierten Schlüsselbranchen übertragen werden. Die Inhalte, Themen und Botschaften der PR müssen der Strategie, der Unternehmens- und Produktpositionierung entsprechen und konsistent kommuniziert werden.

Ein weiterer Baustein zum Erfolg: Alle Maßnahmen und Instrumente müssen strategisch aufeinander abgestimmt sein und ineinandergreifen, damit sie sich so gegenseitig verstärken. Das heißt, es braucht, professionell gesteuerte Botschaften über alle Kanäle hinweg – in Fachmedien und Branchenmedien, auf Messen, Symposien und Konferenzen, auf Online- und Social-Media-Plattformen oder in Foren.

Last but not least gehört zu einer strategischen Medienarbeit die Mehrfachnutzung und das Wiederverwerten beziehungsweise Anpassen von einmal erstellten Botschaften und Argumentationslinien in den unterschiedlichen Medien. Denn das bringt Synergieeffekte und Kosteneffizienz.

Auf den Punkt gebracht:

  • Content ohne Strategie macht keinen Sinn
  • Nutzenkommunikation ist das, was beim Leser ankommt
  • Alle Kanäle müssen ihren Platz in der Strategie finden
  • Die effiziente Wiederverwendung von Content ist Teil der Strategie
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Praxistipp: Das braucht ein Newsletter, den man gerne liest

Newsletter_2Ob für Kunden, Mitarbeiter oder Interessenten: Ein E-Mail-Newsletter ist ein äußerst wirksames Kommunikationstool, vorausgesetzt er wird auch geöffnet und gelesen. Allerdings: Damit ein Newsletter nicht nur den Maileingang überschwemmt sondern auch geöffnet, gelesen und im besten Fall sogar erwartet wird, gilt es, zwei wichtige Grundregeln zu beachten:
Du sollst nicht langweilen und
Du sollst nicht spammen!

Das bedeutet in der Praxis: Ein Newsletter ist kein Abfallprodukt aus Texten, die eh‘ schon vorhanden sind, sondern er braucht eine eigene Redaktion. Denn seine Inhalte müssen optimal auf den Leser zugeschnitten sein und es müssen Themen behandelt werden, die für den Adressaten informativ oder unterhaltsam sind – am besten beides! Damit dies gelingt, ist es als erstes nötig, die Zielgruppe genau zu definieren.
Wen will ich erreichen?
Wer soll Informationen von mir bekommen?
Wer soll was von mir wissen?
Danach stellen sich die – zugegeben nicht immer einfach zu beantwortenden – Fragen:
Was interessiert diese Zielgruppe?
Was bringt den Lesern Nutzen?
Was unterhält oder amüsiert sie, welche Themen gehören in meinen Redaktionsplan?
Wenn jetzt noch auf eine gute Schreibe und ein einfach lesbares Layout geachtet wird – zum Beispiel keine helle Schrift auf dunklem Hintergrund –, passt die Sache.

P.S.: Zusatznutzen bringen integrierte Links und zur Auflockerung darf es auch gerne was zum Schmunzeln sein; aber bitte nicht krampfhaft witzig.

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Zurück zu den Anfängen – Communication Management und Postmoderne PR

CommunicationManagement_7„Communication Management“ – dieser Begriff fällt oft, wenn es darum geht, was denn die „klassische PR“ in der Unternehmenskommunikation in Zeiten von Web 2.0 und Social Media ablöst.
Nein, ich halte das nicht für ein weiteres hohles Schlagwort.
Im Gegenteil: Es lohnt sich wirklich, darüber nachzudenken, was das „Managen der Kommunikation“ für uns Kommunikationsarbeiter – sei es in Unternehmen oder Agenturen, sei es für interne oder externe Kommunikation – bedeutet.

Dahinter steht für mich der Gedanke, dass Kommunikation etwas mit Dialog und mit dem Einbinden aller „Teilnehmer“ am Dialog (Mitarbeiter, Kunden, Partner etc.) zu tun hat: Es geht also um Stakeholder Management, um Community Management, um Netzwerk-Management. Das ist weit mehr als Content Management, denn hier muss im besten Fall mit Menschen in Dialog getreten werden – die Interaktion mit Menschen steht im Mittelpunkt, und unter Kommunikation darf auf keinen Fall „vom (Unternehmens-)Sender zum Empfänger“ verstanden werden.

Das heißt beispielsweise, dass man die Stakeholder nicht „managen“ sollte – diese werden sich auch kaum managen lassen. Besser ist: Erst zuhören, dann mit ihnen gemeinsam Themen entwickeln. Die Interaktion ist wichtiger als die herkömmliche einseitige Kommunikation. Die Interaktion, die vielfältigen Interaktionen mit den unterschiedlichsten Zielgruppen – das ist es, was gemanagt werden soll und muss im Rahmen eines professionellen Communication Management.

Und da kommen wir doch wieder zu den Ursprüngen der PR, zur ganz klassischen Definition: Ob man PR als „true relations, not sales“ definiert oder als Informationsaustausch und Dialog im Sinne von „mutual benefits“, da sind wir ganz nahe an den Anfängen. Hier ist die Brücke zum Content Marketing bzw. zum Content Management: Für diese ehrlichen Beziehungen zum Nutzen aller braucht man gute Geschichten, gute Inhalte, die natürlich auch professionell erstellt und gemanagt werden müssen. Der Communication Manager muss dafür ein breites Wissen haben und auch die strategischen Positionen und Ziele kennen. Und genau das war und ist die Kernkompetenz der PR: Strategien, Inhalte und Botschaften kennen, ebenso Kommunikationskanäle, Medien und Plattformen einschließlich der Social Media, Zielgruppen, Stakeholder und Öffentlichkeiten kennen und wissen, wie man einen vertrauensvollen Dialog mit diesen pflegt.

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Gastbeitrag: Frauennetzwerke – Ein Lagebericht

Rollenbild„Männer pflegen ihr Netzwerk, Frauen ihre Familie.“

Diesen Ausspruch bekam ich kürzlich im Zusammenhang mit Frauen und Netzwerken zu hören.
Ist es möglich, dass sich die Frauen mit ihrer Kompetenz hinter der Familie verschanzen und deshalb nicht in den Führungsetagen und auf den Konferenzbühnen vertreten sind? Unsinn!
Männer netzwerken und Frauen auch – nur sind sie noch nicht gut genug miteinander vernetzt.
Grund dafür ist ihr unterschiedliches Netzwerkverhalten.

Männer pflegen ihr Netzwerk, Frauen gründen eins
Freimaurer, Burschenschaften, Turnvereine – Männerbünde sind so alt wie die Menschheit. Da sich viele Frauen in den typischen Boys-Clubs nicht willkommen fühlen, gründen sie eigene Netzwerke oder werden dort Mitglied – vor allem in klassischen Männerdomänen wie der Techbranche. Als Beispiele seien hier die Digital Media Women, webgrrls oder auch firmeninterne Netzwerke wie “Women in Pole Position” (WIPP) bei Daimler genannt. Mitglied in einem Verein zu sein, bedeutet nicht, ein Netzwerk zu haben. Das lebt vom eigenen Engagement und der gegenseitigen Förderung und Empfehlung. Das gut gepflegte Adressbuch, der informelle Austausch sind dabei wichtiger als eine Vereinsmitgliedschaft.

Männer pflegen ihr Netzwerk, Frauen tauschen sich untereinander aus
Im Joballtag allein unter Männern entsteht das Bedürfnis, sich mit anderen Frauen nach dem Motto „Liegt es an mir oder sind es die anderen?“ auszutauschen. Der Erfahrungsaustausch oder ein gemeinsames Anliegen stehen oft im Vordergrund der Netzwerkgespräche, nicht die eigene Karriere. Selten greifen Frauen zum Hörer und formulieren konkrete Anliegen an andere, um selbst fachlich weiterzukommen. Dabei ist es wichtig, nicht zum besseren Mann werden zu wollen, sondern sich besser zu positionieren und beherzt Chancen zu ergreifen.

Netzwerke – vereinigt euch!
Die Realität ist, dass Frauen und ihre fachlichen Kompetenzen an den entscheidenden Stellen immer noch nicht sichtbar genug sind, sei es auf Führungsebene, auf den Bühnen von Konferenzen oder in den Medien. Hier ist Lobbyarbeit nötig. Das Umparken in den Köpfen findet nicht von alleine statt. Deshalb braucht es viele Netzwerke, die untereinander gut vernetzt sind – nicht nur Frauennetzwerke. Gemeinsam geht es leichter!

Maren MartschenkoMaren Martschenko arbeitet als freiberufliche Markenberaterin und hat 2012 das Münchner Quartier der Digital Media Women http://www.digitalmediawomen.de/ mitgegründet.
Das Blog der DMW ist eines der führenden Konferenzblogs der digitalen Szene in Deutschland.
Sie fördern nur Konferenzen mit einer Medienpartnerschaft, die auch Frauen auf der Bühne haben.
Die Ausrede „Es gibt keine Frauen“ gilt nicht mehr. Die DMW setzen bei ihrer Arbeit stark auf Kooperationen mit anderen Netzwerken und Organisationen.

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Content Marketing: Vorhandenes Material richtig nutzen

ContentMarketing_3„Wir möchten in die Presse, aber wir haben keinen geeigneten Content dafür!“ Ok, das sind schlechte Voraussetzungen für gute PR-Arbeit. Aber gibt es das wirklich: Unternehmen ohne Content?

Keine Technologien, Lösungen, Produkte und Dienstleistungen, keine Whitepaper, Broschüren, Videos, Best Practices, Use Cases, Produktinformationen, Studien oder Infografiken, um die herum man Geschichten erzählen könnte? Kaum möglich! Deshalb die gute Nachricht: Sie haben Content! Die Herausforderung liegt darin, ihn zu sichten, zu qualifizieren und daraus gute Geschichten für die Medien zu entwickeln (mehr zum Thema Storytelling finden Sie beispielsweise hier).

Um beispielsweise aus einem technischen Whitepaper einen Fachartikel für die Presse zu entwickeln, braucht es neben dem Verständnis der Technik, dem Kennen der Medienlandschaft sowie des Mediums und der Zielgruppen eine Portion Kreativität und natürlich Schreibkompetenz.

Am Anfang stehen folgende Fragen: Was interessiert die Zielgruppe überhaupt? Was ist für sie besonders wichtig? Welche Informationen helfen ihr weiter? Um dann einen passenden Artikel zu entwickeln, braucht es eine Portion Kreativität: Was sind interessante Geschichten, die sich aus dem Whitepaper extrahieren lassen? Ein ordentlicher Schuss Technikverständnis ist besonders wichtig, denn nur wer die Funktionsweise der Technik begreift, kann einen auf die Zielgruppe zugeschnittenen Artikel mit der richtigen technischen Tiefe verfassen. Drittens: Schreibkompetenz (schreiben können ist leider nicht gleich schreiben können). Der Fachbeitrag muss flüssig laufen und journalistische Qualitätsstandards einhalten. Dafür wird das Whitepaper umgekrempelt: Zuallererst fliegen werbliche Formulierungen raus. Ist die Geschichte interessant erzählt und bietet einen Mehrwert, mag der Leser sie auch bis zum Ende lesen. Und natürlich ist ein Überblick über die Presselandschaft wichtig, damit der Artikel entsprechend verwertet werden kann: Welches Blatt bedient die passende Zielgruppe und hat Interesse für das jeweilige Thema?

Content für die Pressearbeit ist in jedem Unternehmen meist in ausreichendem Maße vorhanden. Die große Herausforderung liegt darin, ihn hochwertig, zielgruppengerecht, lesefreundlich, kreativ und mit Technikverstand aufzubereiten und „an den Mann“ zu bringen.

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