Jahresendstress: Was ist es, was bringt es, was hilft dagegen?

Der Duden kennt das Wort nicht, und doch bleibt wohl keine Branche und keine Hierarchieeben davon verschont: der „Jahresendstress“

Eine grobe Definition und Analyse:

jahresendstress

  • Zum Jahresende erhöht sich das Arbeitspensum in umgekehrter Proportion zur verfügbaren Zeit und löst so Stress aus.
  • Das Jahresende ist zeitlich nicht so ganz streng definiert. Häufig geht es schon am 1. November los.
  • Das Jahresende kommt – wie Weihnachten, der Geburtstag der Ehefrau und der erste Schnee – immer sehr überraschend.
  • Ironischerweise nimmt der Jahresendstress während der eigentlich besinnlichen Adventszeit exponentiell zu je näher der Urlaub / Weihnachten / Silvester rückt.
  • Der Stress mag sich durch ähnliche Symptome bemerkbar machen wie Burn-Out, Krankschreibung vom Arzt gibt’s aber nicht.

Und die Ursachen? Es folgt ein willkürliches Ranking – durch keine statistischen Daten belegt:

  1. Der Dezember ist aufgrund der Feiertage und der mitgeschleppten 40 Urlaubstage zu kurz.
  2. Erkältungszeit ist auch noch.
  3. Wenn man an seinen Erfolgen gemessen wird, dann doch bitte jetzt.
  4. Schnelle Absprachen funktionieren nicht – schließlich haben andere ebenso wenig Zeit.
  5. Die eine oder andere Weihnachtsfeier kommt in die Quere.
  6. Irgendwo ist noch Budget aufgetaucht, und um das Budget des Folgejahres nicht zu gefährden, muss das noch sinnvoll untergebracht werden.
  7. War schon immer so.

Was man dagegen machen kann? Wir übernehmen keine Gewähr:

  • Wehr dich nicht. Alternativ: Augen zu und durch.
  • Weihnachtsfeiern aufs nächste Jahr verlegen.
  • Singenden Weihnachtsmann einschalten, Plätzchen essen, Belanglosigkeiten aufwerten (zum Beispiel das Wetter).

 

Und hier kommen noch Lesetipps aus dem World Wide Web:

http://blogs.stern.de/abschaffungderproblemzonen/jahresendstress/

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/entschleunigung-im-advent-weihnachtsfeier-besser-erst-im-neuen-jahr-12711242.html

http://www.thewaveradio.de/web-fundstueck-entspannungstipps-fuers-buero-lustige-infografiken?id=129

 

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Wearables: Fortsetzung der Protestantischen Ethik mit anderen Mitteln ?!

Max Weber 1894

Max Weber 1894 @wikipedia

Die Akademie der Deutschen Medien in München hatte eingeladen zu einer Veranstaltung zum Thema „Wearables – Wie Content-Anbieter von den Technologien am Körper profitieren“. Nach den Vorträgen von Florian Schumacher (Digital Health Consultant, http://www.iic-solutions.de, http://www.igrowdigital.com) und Beate Mutschler (Verlagsleitung Digitale Medien, Gräfe und Unzer Verlag) habe ich mir einige Gedanken zur Bedeutung von Wearables gemacht.

Zunächst einmal: Hut ab vor der genialen Idee des GU-Verlags, den GU-Content in die digitale Welt und auch auf Wearables zu überführen: Ratgeberliteratur zu Gesundheit, Sport, Ernährung, Essen passen perfekt für Wearables, die das größte Potenzial genau in diesen Bereichen haben. Es gibt hochinteressante Business-Modelle für Wearable-Content, da sehe ich eine große Chance für Verlage und andere Unternehmen.

Doch viel mehr beschäftigt mich das Menschenbild und die Philosophie hinter Self-Tracking, Quantified-Self und Selbstoptimierung, dem Sammeln und Auswerten von Daten zum eigenen Körper, zur Ernährung und zu sportlichen Aktivitäten. Was mit den Informationen passiert, die Acitvity-Tracker und Smartwatches sammeln, ist schon problematisch genug: Versicherungen belohnen bereits Personen, die gute Gesundheits- und Aktivitätswerte haben. Aber Datenschutz und die Gefahr von Missbrauch persönlicher Daten ist heute nicht mein Thema.

Ich fühle mich nicht wohl beim Bild eines perfekt funktionierenden Menschen, beim Gedanken an Standardwerte, die uns als Maßstab für das richtige Leben von Unternehmen vorgegeben werden. Denn die Wearables zeigen mir ja nicht nur an, wie viele Schritte ich am Tag gelaufen bin oder wie viele Kalorien ich zu mir genommen habe. Sie geben Empfehlungen, was ich tun sollte im Sinne der Selbstoptimierung: mehr bewegen, weniger essen. Ich empfinde das zum einen als eine ungeheure Bevormundung bzw. Entmündigung. Zum anderen steht für mich dahinter ein kaltes, lustfeindliches, genormtes Menschenbild. Eine Philosophie, die enorm simplifiziert, die vorgibt zu wissen, was richtig und was falsch ist, was gut ist und was böse ist. Die belohnt, wenn man gut lebt, und die bestraft, wenn man falsch lebt – entsprechend der vorgegebenen Normen. Die von Menschen hohe Selbstdisziplin verlangt, die Vergnügen und Genuss verteufelt.

Das hatten wir doch schon mal: Max Weber hat in „die Protestantischen Ethik und der Geist des Kapitalismus“ sehr treffend beschrieben, wie vor allem die Weltanschauung der Calvinisten (Fleiß, Askese, Reinvestieren statt Konsumieren, Prädestination) die Industrialisierung vorangetrieben habt. Was Weber als zentrales Element dieser Ethik sieht, nämlich den „Erwerb von Geld und immer mehr Geld, unter strengster Vermeidung alles unbefangenen Genießens, so gänzlich aller eudämonistischen [glückseligen] oder gar hedonistischen [lustorientierten] Gesichtspunkten entkleidet, so rein als Selbstzweck gedacht, dass es als etwas gegenüber dem ‚Glück‘ oder dem ‚Nutzen‘ des einzelnen Individuums jedenfalls gänzlich Transzendentes und schlechthin Irrationales erscheint“ (Bd. 1, S. 44), das lässt sich doch eins zu eins auf die Ethik der Selbstoptimierer mit den Wearables übertragen.

Und nicht ohne Grund kommt die Wearables-Begeisterung ja aus den USA, die dieses Menschenbild und diese Ethik seit den Gründungsvätern kultivieren. Ich möchte Wearables hier auf keinen Fall pauschal verurteilen: Es gibt sicherlich viele Anwendungen, die Menschen helfen und vor Schaden bewahren, die die Gesundheit fördern. Gerade im Bereich Gesundheitswesen und Vorsorge sehe ich viel Positives, was Wearables leisten können. Und Wearables müssen ja nicht per se lustfeindlich und disziplinierend sein. Die Anwendungen können Spaß machen, den Horizont erweitern, Wissen vermitteln und sie können Leben retten.

Mir ist jedoch der „Geist und die Ethik“, die ich hinter dem Konzept des Self-Tracking, der Selbstoptimierung und der Normierung des Lebens sehe, suspekt. Lebensqualität und Gesundheit definieren sich viel breiter, als es Daten aus Wearables zu erheben vermögen. Gutes Leben braucht mehr als Leistungsorientierung, Optimierung und Erfolg. Für mich gehört zur Lebensqualität Selbstbestimmtheit, Individualität, Spontanität, Irrationalität, Lachen, Freunde, Faulheit, und ab und an Leberkäs, Pommes mit Majo und Sahnetorte.

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Erfolgsrezept: Wertschätzung und ehrliche Kommunikation

Würth_Website_AusschnittDer Marketing Club München hatte am 12. November zum Unternehmergespräch mit Reinhold Würth geladen. Der ehemalige Chef der Würth-Gruppe und jetzige Vorsitzende des Stiftungsaufsichtsrat der Würth-Gruppe referierte zum Thema „Verantwortung tragen und Verantwortung übertragen“: Ein Vortrag aus dem Leben einer Unternehmerpersönlichkeit, die aus einem kleinen Handwerksbetrieb einen weltweit operierenden Konzern für Befestigungs- und Montagetechnik geschaffen hat.

Doch was mich am meisten beeindruckt hat, ist etwas anderes als das enorme Wachstum des Unternehmens. Es ist die Tatsache, dass Würth nie aus den Augen verloren hat, dass es im Leben – privat und beruflich – noch mehr gibt als den Erfolg, der sich in Zahlen ausdrückt.

Es ging ihm nie nur um technische Optimierung von Management und Prozessen, um mehr Wachstum und mehr Leistung, sondern darum, seinen Mitarbeitern echte, ehrliche Anerkennung zu geben und dies auch zu zeigen. Würth weiß, dass seine Mitarbeiter der wichtigste Erfolgsfaktor sind, und das sagt er nicht nur, sondern lebt es auch auf vielfache Art und Weise. Die Unternehmenskultur, in der die Mitarbeiter geschätzt und geachtet werden, ist bei Würth nicht Ergebnis einer Compliance-Abteilung, die schöne Formulierungen in einem kleinen Booklet zusammenfasst. Würth ist Vorbild. Er verlangt nichts von anderen, was er nicht selber von sich verlangt.

Vor allem ist er ein Mensch, der „Danke“ sagt. Noch heute, in diesem wirklich großen Unternehmen, greift er zur Feder, um sich bei Mitarbeitern und Teams für eine besonders gute Leistung zu bedanken. Er spricht persönlich Anerkennung aus. Er weiß, wie wichtig es ist, Mitarbeitern neben einem guten Verdienst auch Wertschätzung zu geben.

Ich denke, dass viele Unternehmer, Führungspersönlichkeiten und Manager von ihm lernen können: Dass es im Arbeitsleben mehr gibt als Kennziffern und Bilanzen, dass Erfolg nicht nur an quantitativen Größen gemessen werden sollte, dass für Mitarbeiter, Partner, Kunden und Lieferanten nicht nur Geld, sondern auch Wertschätzung wichtig ist. Und Würth hat es auch verstanden, diese Haltung und diese Unternehmenskultur bekannt zu machen, ihr Ausdruck zu geben, sie zu kommunizieren. Dies wiederum trägt nachhaltig zum Erfolg, zum guten Image und zum hohen Bekanntheitsgrad des Unternehmens bei.

Mitgenommen habe ich von diesem Unternehmergespräch mit Reinhold Würth, wie wichtig ehrliches, authentisches Handeln und Kommunizieren ist, und dass dies kein Beiwerk, kein „nice-to-have“ für ein Unternehmen ist, sondern die Essenz eines nachhaltigen Erfolgs. Eigentlich ganz einfach: „Tue Gutes und rede darüber.“

Einen weiteren Beitrag zum Thema CSR im Unternehmen finden Sie auch unter: http://www.haffapartner.de/smz/2014/06/corporate-social-responsibility-schweigend-gutes-tun-ist-ehrenvoll-wer-die-gesellschaft-bewegen-will-muss-aber-den-mund-aufmachen/

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“Wer schreibt schon gern für die Tonne?” – Content-Technologie-Mix bringt beste Reichweite

Christian_KochWer Informationen erfolgreich im Web verbreiten will, der muss einige Regeln beachten.
Stichwort: Content Marketing.

Wir haben mit Christian Koch, Geschäftsführer und Gründer des Software- und Consulting-Unternehmens Scandio GmbH aus München gesprochen.

Die Scandio Gmbh ist Partner von Dr. Haffa & Partner und bietet Web-Applikationen, Suchmaschinen, mobile plattformübergreifende Anwendungen sowie Lösungen im Atlassian Umfeld.

  • SEO, also das suchmaschinenoptimierte Gestalten oder Schreiben eines Online-Textes, klingt erst mal technisch und werbelastig. Ist dieser Eindruck richtig?
    In erster Linie ist das nicht richtig. Primär zählen die Inhalte der Texte und Medien, die verwendet werden. Die Basis-Technologie sollte den externen Suchmaschinen natürlich keine Steine in den Weg legen. Hier darf man also die Technologie nicht ganz aus den Augen lassen. Auch wenn man keine Werbung machen möchte legt man trotzdem Wert darauf, dass die Inhalte gefunden werden. Wer schreibt schon gerne für die Tonne?
  • Was ist der häufigste Fehler, den Sie im Zusammenhang mit SEO feststellen?
    In der Regel liegen die Fehler beim Manager oder Autor. Diese gehen zu oft von der eigenen Wahrnehmung aus anstatt sich auf die Fakten zu stützen. Das Web-Controlling gibt uns Auskunft über das Verhalten der Nutzer nicht die Meinung des HIPPO – das heißt der Highest Paid Persons Opinion.
  • Was sind die jüngsten oder wichtigsten Entwicklungen der Google-Kriterien für ein ordentliches Ranking?
    Mit “Content Matters” kommt man immer noch am besten voran. Google achtet aber auch auf andere Dinge. Zum Beispiel werden mobile Sites bevorzugt und Google hat angekündigt, dass SSL verschlüsselte Sites demnächst auch bevorzugt werden.
  • Können Sie Tools empfehlen, die Einsteigern und Profis erleichtern, die richtige Mischung zu finden?
    Bei Blogging würde ich empfehlen auf wordpress.com zu beginnen. Selbst zu installieren ist eher schädlich. Weiterhin muss man seine Social Media Kanäle dauerhaft und sauber pflegen. Diese sind wichtiger als man denkt.

Unser Fazit:
Auch wenn es so mancher nicht mehr hören mag: Content is King. Natürlich kommt es auch darauf an, dass gute Artikel über Suchmaschinen auffindbar sind. Wer aber seinen Zielleser so weit gebracht hat, der will ihn nicht mit inhaltsarmen oder schlecht lesbaren Texten wieder verlieren.

Linktipps:
http://webmagazin.de/business/content-marketing-seo-regeln-173475
http://www.welovecontent.de/content-und-seo/fuenf-seo-regeln-fuer-online-redakteure/

 

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Ein Datenblatt ersetzt keinen Händedruck: Eindrücke von der Messe electronica

electronicaDie electronica in München gehört sicherlich zu den Messen, auf denen jedem deutlich wird, wie international die Elektronik-Branche aufgestellt ist, wie global Unternehmen agieren, produzieren, kommunizieren. Die Messe zeigt eindrucksvoll, welche große Rolle Elektronik in unserem Alltag und in der Wirtschaft spielt, wie vielfältig die Branche ist – von den Produkten, den Technologien und den Anwendungen her: Es geht um Komponenten und Lösungen für die Automobilindustrie, um Energieeffizienz, um Sicherheit, um Wireless- und Embedded-Lösungen, um Leiterplatten, um Sensorik, Messen und Prüfen, um Stromversorgung und vieles mehr.

Deutlich wird auf der electronica auch, dass dies eine Welt von Experten für Experten ist, von Ingenieuren für Ingenieure, von Entwicklern für Entwickler, von Technikern für Techniker. Kommuniziert werden vorwiegend reine Fachinformationen zu den Produkten, die Features und die Funktionalität sowie die technischen Spezifikationen. Kommunikationssprache ist Englisch; Broschüren, Displays, Poster, Infos an den Ständen – fast alles auf Englisch.

Da hier ausschließlich Fachinformationen und Expertenkommunikation im Mittelpunkt steht, stellt sich die Frage, warum diese Unternehmen überhaupt noch auf eine Messe fahren, um die halbe oder ganze Welt reisen, einen großen Aufwand in der Gestaltung ihrer Messestände betreiben, hochwertige Image-Broschüren gestalten, Medien, Kunden und Interessenten auf den Stand einladen. Warum findet die Kommunikation nicht komplett digital statt, warum schicken sich die Ingenieure und Techniker nicht einfach Anfragen, Ausschreibungen, Spezifikationen und Produktinformationen per E-Mail zu, tauschen sich über die digitalen Plattformen aus? Nun, zum einen schließt das eine das andere ja nicht aus. Zum anderen sind Messen Marktplätze, auf denen sich Menschen kennenlernen und austauschen, Fragen stellen, Probleme diskutieren, Lösungen finden. Die Unternehmen haben auf der Messe eine einmalige Chance, sich professionell zu präsentieren, ihre Kompetenz zu demonstrieren und sichtbar zu machen. Das hat eine ganz andere Stärke und Überzeugungskraft als ein Datenblatt oder ein schriftliches Angebot.

Schau mir in die Augen…

Klar, Unternehmen brauchen professionelle Materialien für Marketing, Vertrieb und Medienarbeit. Aber sie brauchen auch Präsenz, gerade angesichts der Globalisierung und des starken internationalen Wettbewerbs. Der große Vorteil einer Messe ist die persönliche Begegnung. Diese Begegnungen prägen das Image eines Unternehmens nachhaltiger als jedes Mailing.

Messen wie die electronica sind wichtig, um mit Kunden zu reden, um Aufträge zu gewinnen und um Produkte verkaufen. Im Zeichen des zunehmendem Mangels an qualifizierten Mitarbeitern im Elektronik-Bereich bieten sie aber auch ein exzellente Chance, um potenzielle Mitarbeiter kennenzulernen, um sich als interessanter, attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Neben einer überzeugenden Produktkommunikation, die Informationen zu Qualität und Funktionalität liefert, ist eine Messe für Unternehmen auch die Plattform für überzeugende Imagearbeit.

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Wenn der Leser zum Schreiber wird …

Dr. Haffa und Partner: Der arme Redakteur

Dr. Haffa und Partner: Der arme Redakteur

Die Medienlandschaft verändert sich ständig – nicht erst seit und durch Digitalisierung. Online-Nutzer haben heute die Möglichkeit, immer und überall ihre Meinung kundzutun. Interessant jedoch wird dieses Phänomen, wenn dadurch hybride Medienformate entstehen, Nutzeräußerungen als kostenfreie redaktionelle Inhalte bereitgestellt werden, die Grenzen zwischen Sender und Empfänger verwischen.

Beispiele für die geschäftliche Nutzung von User Generated Content (UGC) gibt es einige. Vor nicht allzu langer Zeit hat das erfolgreiche Rezeptportal chefkoch.de seine Fangemeinde mit einer Print-Ausgabe überrascht. Auflage: immerhin 280.000 bei monatlicher Erscheinungsweise, Inhalt: die „beliebtesten und am besten bewerteten Rezepte“ des Online-Portals. Das Magazin entsteht „aus Deutschlands Küchen für Deutschlands Küchen“.

Als Beilage der Süddeutschen Zeitung wiederum fragt das +3 Magazin „Was ist Ihre Meinung“? Quasi als Weiterführung des Leserbriefs stellt die Redaktion Fragen zu gesellschaftspolitischen Themen und veröffentlicht die Antworten von Experten und Lesern. Den „Journalismus im Jetzt“ wollen die sympathisch wirkenden Herausgeber der SZ-Beilage, namentlich Robert Willmann und Iwan Ittermann, mit der Gründung des dahinter stehenden Warum Verlags. Ein alternatives journalistisches Konzept soll im Vordergrund stehen, mit Journalisten als „Kuratoren auf einer Plattform für den öffentlichen Diskurs“.

UGC: Geschäftsmodell oder maximale Meinungsfreiheit also? Ein wichtiger Faktor bei UGC ist, dass er nichts kostet. Das Kostenlosmodell schlug im Falle der Huffington Post, in deren US-Heimat vorwiegend unbezahlte Blogger Inhalte liefern, allerdings Wellen der Entrüstung. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rief hierzulande noch vor Start des deutschen Portals zu Protestaktionen auf, wie die Süddeutsche Zeitung seinerzeit berichtete.

Als weitere Tendenz ist zu sehen, dass in Medien immer häufiger Expertenbeiträge von Unternehmen, also im strengen Sinne auch von Lesern generierte Inhalte, veröffentlicht werden. Es könnte der Eindruck entstehen – um mit einer Bild-Zeitungsschlagzeile zu sprechen – „Wir sind Redaktion“. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn die Erstellung eines hochwertigen Fachartikels durch einen Kommunikationsdienstleister, der in der Regel damit beauftragt ist, folgt den gleichen Prinzipien wie eine Redaktion: Gründliche Recherche, gewissenhaftes Schreiben eines (hersteller- und produktneutralen) Textes, kritisches Redigieren beziehungsweise Überprüfen der Fakten und Schlusskorrektur. So können Fachmedien sicher sein, dass sie Beiträge bekommen, die den redaktionellen Standards entsprechen und das Beste aus beiden Welten vereinen: Insider-Expertenwissen aus dem Unternehmen und journalistischen Anspruch. Insofern ein positives Beispiel, wie User Generated Content tatsächlich eine Win-Win-Situation schaffen kann. Und bezahlt werden die Kommunikationsmitarbeiter auch.

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Speichertrends: Bericht von der „Powering the Cloud“ in Frankfurt

PoweringtheCloudAlles was Rang und Namen in der Storage Branche hat, traf sich am 28. und 29. Oktober in Frankfurt auf der „Powering the Cloud“. Diese Konferenz und die integrierte Fachmesse „Data Center World“ zum Thema IT-Infrastruktur und Cloud-Computing richtet sich an IT-Fachleute, die sich über die neuesten Technologien informieren, sich mit führenden, innovativen und neuen Unternehmen treffen, Ideen sammeln und teilen und sich mit Gleichgesinnten austauschen wollen. Also eine exzellente Gelegenheit zum Netzwerken, Fachsimpeln und Trends erfassen.

Interessante Anregungen zu diesen Trends gab mir der Vortrag von Storage-Guru und Speicherguide-Herausgeber Engelbert Hörmannsdorfer: Der Bedarf an Speicher wird weiter wachsen und wachsen. Und damit wächst auch der Bedarf nach Speichermanagement, nach Datenmanagement. Denn: Das ursprünglich genuin der Hardware zugeordnete Storage-Thema wird heute zur Herausforderung für die Software. Früher bedeutete Storage Disketten, Magnetbänder, Festplatten etc.. Heute ist Storage Software. Das heißt: Wer von Storage, Storage-Lösungen und Storage-Herausforderungen redet, meint intelligente Softwarelösungen, die in die Storage-Infrastruktur eingebaut werden müssen.

Bei der Infrastruktur spielen heute die Speicherkosten und die Prozesse keine große Rolle mehr, viel wichtiger sind die User. Applikationen müssen schnell und flexibel laufen, alles muss schnell an diese Anforderungen anpassbar sein. Die Folge dieser Entwicklung: Die sehr komplexen Systeme werden immer noch komplexer. Deshalb kann es auch keine Standardlösungen geben. Notwendig sind Analysen, was genau gebraucht wird und zwar immer unter dem Blickwinkel: Was braucht das Business, wie kann das Business vorangebracht werden? Storage ist heute keine IT-Entscheidung, sondern immer zuerst eine Business Entscheidung, der sich die IT anpassen muss.

Also, die Fahrt nach Frankfurt hat sich gelohnt. Ich habe wieder einmal neue interessante Perspektiven auf die IT-Branche bekommen und viele interessante Menschen und Unternehmen kennen gelernt. Und wie bei jeder Veranstaltung außerhalb von München habe ich an einem Tag mehr Freunde, Fachkollegen und Experten aus München getroffen, als sonst in einem halben Jahr.

P.S: Sehr gespannt bin ich auf die neuen Technologien, die es erlauben, Daten auf einzelnen Atomen zu speichern.

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Beispiel aus der Praxis: Selbst der kürzeste Text braucht einen professionellen Übersetzer

Warntafel

So viel Mühe, soviel Aufwand und ein so erschütterndes Ergebnis!
P.S.: Vor irgendwas wird gewarnt und man soll auch nicht baden…… Obwohl ich deutsch, englisch und französisch kann hat sich mir der genaue Sinn der Tafel nicht ganz entschlossen. Gibt es Italienisch-Könner, die wissen worum es da genau geht?

 

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„HR-Kommunikation ist zunächst interne Kommunikation“

Ein paar Fragen zu … HR-Kommunikation

Im Gespräch mit Sebastian Pauls, Prokurist bei Dr. Haffa & Partner

Ein Mittelständler braucht schnell neue Mitarbeiter und will deshalb möglichst rasch eine Employer Branding-Kampagne starten. Was raten Sie ihm?

Sebastian PaulsIch rate zunächst einmal zu Geduld – und zu einem strukturierten Vorgehen. Wer kommunizieren will, muss sein Ziel kennen und wissen, welche Mittel ihm dafür zur Verfügung stehen. Selbst wenn sich mit einer Schnellschusskampagne Sichtbarkeit und Interesse bei Bewerbern erzeugen ließe, ist das nicht nachhaltig und fällt dem Unternehmen irgendwann auf die Füße. Deshalb: Die Außenkommunikation ist der letzte Schritt von vielen. Vorher geht es um Analyse und Gestaltung. Ich rate ihm aber auch, sich an Experten zu wenden, die ihm helfen können, seinen akuten Personalengpass kurzfristig zu lösen.

Was mir ganz wichtig ist: Employer Branding ist nichts, das Unternehmen einfach nur betreiben können, um möglichst viele Bewerbungen zu bekommen.

Was allerdings zentrales Ziel vieler Unternehmen ist…

Natürlich, und das kann und soll ja auch ein Effekt sein. Wichtig ist aber, das Pferd nicht von hinten aufzuzäumen. Erst wenn es eine nachhaltige und wahrhaftige Firmenkultur gibt, die Bewerber anzieht, können wir von einer wirksamen Arbeitgebermarke sprechen. Davor steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Wie tickt ein Unternehmen? Und welche Konsequenzen hat das? Insofern ist eine Employer-Branding-Initiative so etwas wie eine Psychotherapie fürs Unternehmen.

Und bitte nie die aktuellen Mitarbeiter vergessen. Es kommt nicht gut an, immer nur an die High Potentials zu denken, die man nicht hat. Es gibt ja schon die, die jeden Tag ihr bestes für das Unternehmen geben. Und die sind übrigens die überzeugendsten Markenbotschafter überhaupt. Das funktioniert in vielen Firmen ja schon seit Generationen: Wenn die Tochter beim gleichen Arbeitgeber anfangen möchte wie ihr Vater, dann war das erfolgreiches Employes Branding. Wer könnte besser beurteilen, ob ein Job gut oder schlecht ist, als die eigene Familie?

Viele Firmen stehen jetzt erstmals vor der Frage, sich strukturiert mit der eigenen Arbeitgebermarke zu beschäftigen. Sicherlich: Erfolgreiche Unternehmen haben in der Regel eine gute Unternehmenskultur, denn ohne die gibt es ja gar keinen Erfolg. Aber das ist oft eben nicht wirklich ausformuliert, nicht bis zu Ende gedacht und auch nicht in aller Konsequenz ausgereizt. Wie sind wir? Warum sind wir so? Sind wir damit zufrieden? Was für Menschen ziehen wir damit an? Was für Persönlichkeiten brauchen wir?

Und wie lässt sich das herausfinden?

Am besten, indem man zuerst einmal die Mitarbeiter befragt. Niemand kennt das Unternehmen besser als sie. Das ist dann die Analyse des Ist-Zustandes – und die braucht man als Gestaltungsgrundlage. Dafür eignen sich übrigens Arbeitgeber-Wettbewerbe wie „Deutschlands beste Arbeitgeber“ sehr gut. Die bringen eine bewährte Methodik mit und geben auch die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen zu vergleichen. Man muss nicht unbedingt aufs Siegerpodest, damit sich eine Teilnahme lohnt. Der Erkenntnisgewinn ist der eigentliche Profit.

Wie geht es dann weiter?

Jetzt kommt ein Schritt, der schmerzhaft für das Management sein kann: die Auseinandersetzung mit der Mitarbeiterperspektive. Es gibt Fälle, in denen die Selbstwahrnehmung der Unternehmensführung und die Sicht der Mitarbeiter erheblich voneinander abweichen. Und dann ist es notwendig, sich anzugleichen, die Mitarbeiter ins Boot zu holen, Maßnahmen zu definieren oder auch Ziele neu zu setzen.

Was wünschen sich Mitarbeiter eigentlich von ihrem Arbeitgeber?

Dazu gibt es eine Menge Studien. Ein gutes Arbeitsklima ist wichtig, Weiterbildung und Wissensaustausch, flexible Arbeitszeitmodelle, gute Karrieremöglichkeiten oder Work-Life-Balance. Das ist alles schön und gut. Aber nur Statistik. Aus der Sicht des Einzelnen geht es schlicht und ergreifend um Selbstverwirklichung. Und die sieht eben für jeden anders aus. Der eine will viel Geld verdienen, der andere möchte möglichst viel Zeit für die Familie haben. Einer sucht laufend Veränderung, ein anderer mag es, sich immer tiefer in ein bestimmtes Thema einzuarbeiten. Und für jeden dieser Menschen gibt es im Unternehmen Verwendung. Sie alle ergänzen sich. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten eine ganze Firma voller Alphatiere im Karrieremodus, Hilfe! Insofern rate ich auch davon ab, ganz auf das Argument „Work-Life-Balance“ zu setzen. Erstens finde ich den Begriff problematisch, weil Arbeit und Leben einander nicht ausschließen sollten. Wer das Gefühl hat, das Leben beginne erst nach der Arbeit, sollte sich einen neuen Beruf suchen. Zweitens: Ich muss denen, die sich reinhängen wollen, die jung sind und Gas geben wollen, das Gefühl vermitteln, dass sie willkommen sind und dass ihre Leistung geschätzt wird. Die bewerben sich nämlich nicht unbedingt in einem Unternehmen, das sich vor allem behaglich darstellt und verschnarcht rüberkommt. Insofern geht es darum, Vielfalt unter einem Dach zu vereinen.

Und wie hält ein Unternehmen so viel Differenziertheit aus?

Da sind wir jetzt beim Thema Kommunikation – interner Kommunikation zunächst einmal. Die Aufgabe des Managements ist es, einen Rahmen zu schaffen, der diese Vielfalt strukturiert und steuert. Entscheidend ist, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der die Mitarbeiter das alles mittragen. Die Überstundenmacherin muss damit einverstanden sein, dass der Teilzeitvater die Meeting-Anfrage für 15 Uhr ablehnt. Wer erst um 9:30 Uhr im Büro erscheint, soll sich nicht mokieren über den Frühaufsteher, der um halb fünf seinen Rechner runterfährt. Dafür braucht es Transparenz und Toleranz – vor allem aber auch Vertrauen der Mitarbeiter in die Kollegen. Letztlich wird die Firmenkultur ja sowieso von der Belegschaft gemacht, nicht vom Management. Sie entsteht jeden Tag im Miteinander unter Kollegen, im Umgang mit Kunden und Produkten. Die Führungsetage – ganz wichtig – muss den Rahmen vorgeben, Möglichkeiten schaffen, Impulse setzen, Vorbild sein. Und den eigenen Beitrag zum Thema Unternehmenskultur laufend hinterfragen.

Jetzt waren wir bei der internen Kommunikation. Wie sieht es mit der externen aus?

Wenn alles, was ich eben beschrieben habe, weitgehend läuft, dann ist es an der Zeit nach außen zu gehen; denn dann habe ich Botschaften, hinter denen auch die Mitarbeiter stehen und die keine reinen HR-Floskeln sind. Dann lassen sich auf die eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter einsetzen, sei es auf Messen, im Social Web oder ganz klassisch in Online- und Printmedien.

Darüber können wir dann ja ein andermal sprechen.

Gerne

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Tipp für Startups – Erfolg braucht Kommunikation!

Startups_Themen_StorytellingWas mir auffällt, wenn ich mich durch die vielen Veranstaltungen des Messe-Herbstes wühle: Jede Konferenz und Ausstellung hat für Start-ups einen besonderen Platz reserviert. Sei es in Form von bestimmten Zonen, wie die dmexco Start-up Village, oder Vorträgen, beispielsweise auf dem Startup Day @ IFA Tec Watch Forum.
Aber nicht jede gute Idee schafft den Durchbruch. Oft liegt die Ursache an falscher oder fehlender Kommunikation: Die Bedeutung der Kommunikation wird unterschätzt. Denn wer ein Unternehmen gründet denkt nicht als erstes an PR und Marketing.

Dazu Andreas Winiarski, PR-Chef der Start-up-Fabrik Rocket Internet, im Interview mit dem PR-Journal: „Sie können ein Start-up ohne systematische PR groß machen. Im Kern geht es immer um gute Geschäftsentwicklung. Kommunikation kann das jedoch sehr vereinfachen und beschleunigen. Junge Start-ups müssen noch mehr kommunizieren als ältere, denn sie brauchen meist schnell viel Aufmerksamkeit bei den relevanten Zielgruppen, um Geschäft zu generieren. Ältere brauchen eher Prozesse und Strukturen, um den Ansprüchen der wachsenden Zahl ihrer Stakeholder gerecht zu werden.“

Was soll Kommunikation bewirken? Immer spielen die Faktoren Image und Bekanntheit eine Rolle.

  • Zielgruppe Investoren: Ich will Geldgeber davon überzeugen, dass meine Idee eine Zukunft hat – wenn ich denn mit dem nötigen Kleingeld weiterarbeiten kann. Ziel: Reputation Management
  • Zielgruppe Endkunden: Ich will mein Angebot bekannt machen und potentiellen Käufern meiner Dienstleistung oder meines Produktes schmackhaft machen. Ziel: Vertriebsunterstützung
  • Zielgruppe Mitarbeiter: Ich will motivierte, kreative und fähige Geister, die mir beim Auf- und Ausbau meines Geschäfts helfen. Ziel: HR-Kommunikation

Welche Materialien braucht ein Startup für seine Kommunikation? Das unterscheidet sich gar nicht so viel von etablierten Unternehmen. Ein paar zwingende Fragen vorweg: Wen will ich mit welcher Botschaft erreichen um was zu tun (siehe oben)? Wer hilft mir dabei (intern/extern)? Welche Materialien habe ich schon (Stichwort: Content Marketing)?

  • Unternehmenswebsite – benutzerfreundlich, aktuell, attraktiv, infomativ soll sie sein. Das Schaufenster vieler Startups ist häufig sogar besser als das von Unternehmen deren Web-Präsenz „organisch gewachsen“ ist.
  • Unternehmensdarstellung – ein absolutes Must-have. Wenn es darum geht, in möglichst wenig Worten die eigene Positionierung zu formulieren, bringt das viele zum Grübeln.
  • Erstkontakt zu Journalisten und Multiplikatoren – Wen interessiert meine Idee, wer spricht mit meiner Zielgruppe? PR ist keine Sache, die sich in eine kurze Kampagne zwängen lässt. Beziehungen zu Medien und Lesern müssen erst aufgebaut werden
  • Referenzen und Fachartikel – Die Königsklasse für Phase 2.

In allen Materialien soll die Geschichte des Unternehmens erzählt werden – nicht im Sinne der in der Regel kurzen Historie, sondern mit starker Nutzenargumentation! Bitte kein Blabla! Das schöne für Unternehmen jeglicher Größe: Es kommt dabei nicht auf die Höhe des Budgets an, sondern ob sie etwas Interessantes anzubieten habe.

Lassen Sie uns gerne über Ihre Geschichte sprechen: +49 89 993191-0

Und hier noch ein paar Lese-Empfehlungen zum Schluss:

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