Hannover Messe – Technik wird sexy!

@ Deutsche Messe Hannover

Ende letzter Woche ist die Hannover Messe 2012 zu Ende gegangen – und war beeindruckend wie immer. Es war eine Leistungsschau zu Top-Themen aus Wirtschaft und Technik, und sie verursachte wie immer einen beachtlichen Publikumssog aus dem In- und Ausland. Acht Leitmessen und 5000 Aussteller aus 69 Nationen beschäftigten sich mit den spannendsten Fragen aus Industrie und Energie und präsentierten ihre Technologien, Produkte und Lösungen. Ob es um die Energieversorgung von morgen geht, um Mobilitätskonzepte, Automatisierungstechnik, Ressourceneffizienz, Vernetzung in der Industrie oder die Zukunft urbaner Infrastrukturen in den Megacities dieser Welt: Auch für den Techniklaien ist es beeindruckend zu sehen, an welchen Lösungen Forscher und Techniker bereits arbeiten – und was sie im Ergebnis bereits präsentieren können.

Bei mir ganz persönlich sprang der Funke aber noch aus einem anderen Grund über: Die Realwirtschaft boomt nicht nur, sie wird auch noch immer schöner. Früher waren Industriemessen doch vorwiegend geprägt durch hochgerüstete Stände, an denen die ausgestellten Produkte und Lösungen allenfalls durch Prospekte mit kryptischen Inhalten erläutern wurden, die sich außerhalb der jeweiligen Branche niemandem erschlossen. Das war vielleicht auch nicht so erforderlich – man kannte und verstand sich. Und das Fachchinesisch vom Dipl.-Ingenieur am Stand hat der Nicht-Techniker vorsichtshalber gar nicht erst abgefragt.

Heute bietet sich ein ganz anderes Bild: Offene, luftige Messestände in hellen Farben laden zum Umschauen und zum Gespräch ein – im Optimalfall sogar zum Sitzen(!). Freundliches Standpersonal (keineswegs nur Messehostessen) sprechen Besucher aktiv an und erläutern auch unaufgefordert, was das Unternehmen macht. Auch Designfetischisten kommen voll auf ihre Kosten: Maschinen, Technologien und Produkte werden anschaulich und sehr kreativ – und damit auch für den Laien verständlich – präsentiert. Kein Zweifel: Technik wird sexy!

Ein Blick in die Runde der Standbesucher bietet zumindest eine Erklärung: Es sind viele junge Leute unterwegs; Schüler, Auszubildende, angehende Studierende – der sich andeutende Fachkräftemangel hat bei den ausstellenden Unternehmen im Hinblick auf den Sinn für Ästhetik und die Kommunikationsbereitschaft Erstaunliches bewirkt. Ganz offensichtlich geht es (auch) darum, das eigene Unternehmen attraktiv zu präsentieren, um für junge Nachwuchskräfte interessant zu werden. Vielleicht hat sich aber auch (zumindest teilweise) die Einsicht durchgesetzt, dass Technikunternehmen sich nicht auf Dauer hinter ihrer Kompetenz und ihren Apparaturen verschanzen können, sondern mit ihren Zielgruppen aktiv in Kontakt treten müssen. Und zu denen gehört selbstredend auch das Messepublikum.

Aus welchen Gründen auch immer: Der Besuch der Hannover Messe hat stimuliert und echtes Interesse an Themen, Konzepten und Lösungen geweckt – die Bemühungen der Aussteller haben damit voll ins Schwarze getroffen. Da kommt man(n) gerne wieder – und Frau sowieso!

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