E10 ist ein einziges Kommunikationsdesaster

Gerd Altmann / pixelio.de

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“E10 ist ein einziges Kommunikations-desaster”, diesem Satz aus der Tagesschau vom vergangenen Sonntag kann ich nur voll und ganz zustimmen. Unabhängig vom Sinn oder Unsinn des neuen Biokraftstoffs und seinem Nutzen für die Umwelt, seine Einführung ist ein Paradebeispiel für einen Kommunikations-GAU. Wie kann man so eine Maßnahme planen ohne sich Gedanken zur Umsetzung zu machen? Weder Politik noch Autohersteller oder die Mineralölindustrie haben erkannt, dass der neue Sprit nicht nur an den Tankstellen verfügbar sein sondern, dass er auch in die Tanks der Autofahrer kommen muss. Und dass es dafür essenziell wichtig ist, seine Vorteile, und vor allem seine Verträglichkeit und Unbedenklichkeit für jeden Autotyp optimal zu kommunizieren. Zur Einführung gehören halt nicht nur Tanklaster und neue Schilder an den Zapfsäulen, sondern ein detaillierter Kommunikationsplan. Jeder Autofahrer muss wissen, wo er verlässliche Informationen bekommt, ob sein Wagen E10 verträgt oder nicht.

Ein Beispiel:  “Die E10-Verträglichkeit ist aus dem Reifendruckaufkleber ersichtlich, der auf der A-Säule oder B-Säule (Fahrerseite) angebracht ist (Ort der Anbringung siehe auch Betriebsanleitung). Die umrahmten Ziffern (OPR-Code) geben Aufschluss über die E10-Verträglichkeit: Der OPR-Code kann aus 6 oder 8 Stellen bestehen, wobei die letzten beiden Stellen rechts (dies können 2 Zahlen oder auch 2 Buchstaben sein) unerheblich sind. Ist die Zahl vor den beiden Buchstaben größer oder gleich 8454 ist E10-Verträglichkeit gegeben (Beispiel: 11922 ist größer 8454: Fahrzeug ist E10-verträglich).”

Würden Sie aufgrund dieser Erklärung, die ich auf der ADAC-Website gefunden habe, E10 tanken oder doch sicherheitshalber zum bekannten Super greifen?

Warum ist Kommunikation eigentlich so schwer? Warum wird ihre Bedeutung von den Verantwortlichen in Industrie und Politik immer noch unterschätzt? Alle Beteiligte – Industrie und Politik – haben doch riesige Kommunikationsabteilungen mit Profis, die ohne Zweifel, ihr Handwerk verstehen. Aber scheinbar hat wieder einmal niemand daran gedacht, diese mit einzubeziehen und vor allem sie miteinander kurzzuschließen. Anstatt rechtzeitig miteineinander zu reden schiebt jetzt einer dem anderen den schwarzen Peter zu, der letzendlich bei denen landet, die am wenigsten dafür können: Die Angestellten an den Kassen der Tankstellen.

Über Horst

Gründer, Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Haffa & Partner. Fokus: strategische Kommunikationsberatung und Kommunikations-Prozess-Management Hobby: Kochen und Oldtimer-Motorräder
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