Beitrag Blogparade: Der bayrische Teigknödel

Kurz vor Ende der Blogparade ist noch ein Beitrag von Georg Burger reingeschneit, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Teigknödel (Doagknödl) – der bessere Semmelknödel!

Campomalo / pixelio.de

Oft sind die Alltagsgerichte von früher die Delikatessen von heute. Der Doagknödl – basierend auf einem Pfannkuchenteig mit gewürfelten alten Semmeln – ist so ein einfaches und geniales Gericht.

Der im Münchner Raum völlig unbekannte Doagknödl ist heute noch im Freisinger Gebiet bis hinein in die Holledau – meine Heimat – bekannt und beliebt. Er ist dort ein absolut gleichwertiger Ersatz für den bekannten Semmelknödel. Der Doagknödl befindet sich von den Features her sozusagen auf Augenhöhe mit seinen Wettbewerbern und ist ihnen bei einigen Spezialgebieten (z.B. zu Gans) haushoch überlegen. Er hat aber (noch) ein Marketing- und Akzeptanzproblem außerhalb seines Stammgebietes „Altbayern“.

Dieser Doagknödl taucht komischerweise in keinem der auf alt getrimmten „original“ bayrischen Kochbücher auf und hat sich geschickt vor den Münchner Starköchen versteckt. Er hat also eine gewisse Exklusivität. Eventuell ist das von der Holledauer Bevölkerung so gewollt.

„Bub – du musst noch ein paar Knödel essen, damit du groß und stark wirst“. Das war einer der Standardsprüche meiner Mum. Mit Bub war ich gemeint und mit Knödel natürlich der Doagknödl. Den heute so populären und allgegenwärtigen Semmelknödel gab es nur beim Wirt oder zuhause am Sonntag nach der Kirche zum Braten. Der Doagknödl war was für „unter der Woche“ – für das einfache Essen – das tägliche Brot. An Werktagen hat keiner Semmelknödel gemacht.

Zutaten:

6 alte Semmeln
0,25 l Milch
2-3 Eier
60 g Mehl je nach Teigbeschaffenheit
Salz (Teelöffel)
Pfeffer nach Belieben

Zubereitung:

Alte Semmeln würfeln – dabei kann man bei der Größe das „Würfeln“ wörtlich nehmen – also ca. 1 cm große Würfel schneiden. Ähnlich wie bei Pfannkuchen aus Milch, Eiern und Mehl einen strengen Teig rühren. Den Teig mit den Semmel(n)würfeln verrühren und mit Salz (mindestens 1 Teelöffel) und Pfeffer abschmecken. Wenn die Semmelwürfel recht trocken sind, den Teig etwas ziehen lassen, damit sich die Semmeln schön vollsaugen.

Mit nassen Händen die Knödel formen. Der Teig sollte recht „batzig“ sein. Bei uns gab es immer ein paar große Knödel und ein paar kleinere, wenn der Teig knapp wurde. In einem großen Topf Wasser mit Salz aufkochen, die Knödel ca. 20 Minuten in siedendem Wasser ziehen lassen. Die Knödel sind gar, wenn sie sich umdrehen. Wenn die Doagknödl zu hart werden – einfach die Schuld auf die Luftfeuchtigkeit, das Wetter, die Mondphasen oder auf Wasseradern schieben.

Essenbegleitung:

Die Doagknödl eignen sich hervorragend zu allen Soßen und Suppen, weil sie nicht so schnell auseinanderfallen und extrem saugfähig („luftig“) sind: Gulasch, Steinpilzsoße, Gselchtes und vor allem zur Weihnachtsgans. Aber: Aus irgendeinem mir unbekannten Grund gab und gibt es nie Doagknödl zu gegrilltem Gickerl – ein Nogo! Das ist eine Domäne des Semmelknödels.

Geheimtipp zur Resteverwertung: Überzählige Doagknödl lassen sich hervorragend einfrieren und bei Bedarf mit Ei und Zwiebel abrösten (gute abgeröstete Doagknödl waren langezeit in Altbayern ein Heiratsgrund). Spätestens jetzt wird man keinen Semmelknödel mehr anschauen ….

Guten Appetit!

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Eine Antwort auf Beitrag Blogparade: Der bayrische Teigknödel

  1. Hey, super Artikel, der RSS Link funktioniert leider net, ansonsten top Homepage!

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