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Rheinische Rievkooche

Zutaten für 4 Personen

1 Vater, Onkel oder Großvater
1 Ganzkörperschürze
1 Zweitküche im Keller oder Zweiplattenherd auf dem Balkon
1 Pittermännchen Kölsch
1 ordentliche Eisenpfanne, die richtig heiß werden darf
1 Küchenmaschine
1 kg Kartoffeln (vorzugsweise mehlig kochend)
3 Eier
3 - 4 Zwiebeln
2 EL Mehl
Salz & Pfeffer
Butterschmalz (oder Sonnenblumenöl)
Apfelmus oder Rübenkraut

Zubereitung und jeschischtlich-menschliche Betrachtung

Als guter Katholik verschmäht der Rheinländer des Freitags fleischliche Speisen. So wandern als Werktagsendgerichte entweder erhitzte Grätentiere auf die Teller zwischen Aachen, Wuppertal, Köln und D... oder eben Rievkooche. Zuweilen wird der Freitag darum auch Rievkoochedaach genannt.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Kartoffelpuffergericht um eine böhmische Erfindung. Auch die Schweizer beanspruchen Urheberrechte auf ihre Röstis. Da aber alle Volksgrüppchen irgendwann mal durchs Rheinland durchgezogen sind und wohl auch den Kartoffelpuffer dort zurückließen, sät der Kölscher: „Dat sinn us Rievkooche!"

Bitte beachten Sie beim Nachkochen: Rievkooche sind Männersache! Denn Rievkooche sind sehr einfach zuzubereiten, machen viel Sauerei und schmecken gut zu Kölsch. Darum werden Rievkooche auch nicht in der Küche gemacht, sondern in der Zweitküche im Keller oder auf einem Zweiplattenherd auf dem Balkon.

Zunächst gilt es, die Zwiebeln zu schälen und klein zu würfeln. Anschließend entkleiden Sie die Kartoffeln und zerhäckseln sie mithilfe einer Küchenmaschine in lauter kleine Flocken. Das Schöne bei Rievkooche ist: Alles kommt untereinander, wie der Rheinländer sagt. Denn mischen ist einfacher als komponieren! Sie mengen also Kartoffelflöckschen, die Zwiebelkes, Mehl und Eier zu einem Teig. Diesen würzen Sie kräftig mit Salz und Pfeffer! Seien Sie bei den Öllesche (Zwiebeln) übrigens nicht zu kaschtisch (geizig). Die angegebene Menge ist nur ein Anhaltspunkt.

Legen Sie nun Feuer unter die Pfanne und zerlassen Sie darin Butterschmalz oder Pflanzenöl. Ein Tipp: Schmalz schmeckt besser und macht rote Bäckchen! Wenn das Fett heiß in der Pfanne brutzelt, geben Sie eine Handvoll Teig hinein, drücken den Klätsch flach und backen ihn goldgelb aus. Viele Fans genießen ihre Rievkooche mit Apfelmus. Der wahre Kenner indes schwört auf Seem (Rübenkraut). Das schwarze Gold schmeckt göttlich zum heiß-dampfenden Rievkooche und hat im Rheinland eine lange und ruhmreiche Tradition. So zahlten die ausgebombten Rheinländer nach dem Krieg auch schon mal mit dem süßen Sirup. Gerüchten nach soll in Düren (zwischen Köln und Aachen) ein ganzes Stadthaus für ein Eimerschen Seem den Besitzer gewechselt haben.

Wie werden Rievkooche serviert? Gar nicht. Sparen Sie sich den Aufwand. Denn Rievkooche sind ein typisches Kirmesgericht. Das genießt der Rheinländer im Vorbeiflanieren, Stehen oder an der Theke. Bereiten Sie also immer einen Schwung Rievkooche zu und verteilen Sie sie an die Umstehenden. Parallel dazu schlagen Sie ein kleines Kölschfass (Pittermännchen) an. Denn Rievkoochemachen treibt den Schweiß aus den Poren und bedarf der Kühlung. Prost und guten!

 



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